Madrid (SID) - Schuldenschnitte sind derzeit offenbar groß in Mode: Wie Griechenland dürfen auch die spanischen Spitzen-Fußballklubs auf eine erhebliche Reduzierung von Verbindlichkeiten hoffen. Die Regierung des ebenfalls finanziell angeschlagenen Landes plant laut Sportminister Miguel Cardenal zur Sicherung zumindest von Teilforderungen, den Vereinen große Teile ihrer insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Steuer- und Sozialversicherungsschulden zu erlassen.

"Der Ansatz ist, die Schulden restlos auszulöschen und Wege zu finden, dass solch hohe Verbindlichkeiten nicht mehr wieder entstehen", sagte Cardenal der Zeitung Marca über entsprechende Verhandlungen mit der Liga: "Dafür müssen wir im Rahmen des Möglichen innerhalb einer angemessenen Zeit Formeln finden."

Spaniens Fiskus treibt derzeit im Zuge des Sparhaushaltes verstärkt Steuerforderungen zur Erfüllung der Finanzregelungen in der Europäischen Union (EU) ein. Cardenal strebt vor diesem Hintergrund offensichtlich recht kurzfristig nennenswerte Einzahlungen der Vereine in die maroden Staatskassen sowie eine Verpflichtungserklärung der Vereine zur Einhaltung von Zahlungsfristen an und bietet den Vereinen dafür eine ebenfalls beachtliche Reduzierung der Verbindlichkeiten.

Ein Schuldenerlass wäre für die Vereine der Primera Division durchaus eine Hilfe. Einer Studie der Universität Barcelona aus dem vergangenen Jahr zufolge hatten die 20 Erstliga-Vereine nach der Saison 2009/10 Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,48 Milliarden Euro.