Bremen (dpa) - 3:0 hört sich viel klarer an als es war: Werder Bremen benötigte gegen Hannover eine ordentliche Portion Glück, um sich trotz einer wackeligen halben Stunde mit einem deutlichen Sieg als Nummer eins des Nordens durchzusetzen.

«Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwergetan», gab Werder-Coach Thomas Schaaf zu und freute sich über einen wichtigen Sieg im Kampf um die Europapokal-Plätze. Der Tabellensechste der Fußball-Bundesliga hat mit 39 Punkten nun vier Zähler Vorsprung auf Hannover und rückte näher an den Fünften Bayer Leverkusen (40) heran.

«Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren», fasste Hannovers Clubchef Martin Kind das Geschehen mit mehreren 96-Großchancen zusammen. «Es ging nicht mehr», kommentierte er die zweite Hälfte und forderte angesichts des am Donnerstag anstehenden Europa-League-Rückspiels gegen Standard Lüttich: «Schnell abhaken.»

Nach den Toren von Claudio Pizarro (31. Minute) und Sebastian Prödl (49.), beide durch Freistöße von Mehmet Ekici vorbereitet, war die Partie vorzeitig entschieden. Als kurz danach Markus Rosenberg (56.) erhöhte, war der letzte Widerstand der Gäste aus Niedersachsen gebrochen. Sie warten seit nunmehr neun Jahren auf ihren ersten Auswärtssieg in Bremen.

«Wir haben Glück gehabt, dass wir nicht in Rückstand gekommen sind», sagte Schaaf zu dem zittrigen Beginn seiner Mannschaft, die von Hannover ein halbe Stunde lang auseinandergenommen wurde. Wir sind froh, dass wir das eine oder andere überstanden haben», erklärte der Werder-Coach. Aus dem Spiel heraus kam Bremen außerdem zu keiner Chance.

Dafür wurde dann die Trainingsarbeit belohnt. Die ganze Woche über hatten die Bremer Standards geübt, um gegen jene Mannschaft zu bestehen, die bisher die meisten Tore der Liga nach ruhenden Bällen erzielte. Zweimal traf Werder nach einem Freistoß von Ekici, der erst in der 18. Minute für den am Oberschenkel verletzten Marko Marin eingewechselt worden war.

96-Coach Mirko Slomka haderte daher mit der Chancenverwertung seines Teams und der eigenen Anfälligkeit nach Standardsituationen. «Wir kriegen zu viele Gegentreffer», sagte der Coach und ergänzte: «Werder ist in der Chancenverwertung sehr konkret und effektiv. Danach hatten wir nicht mehr diese spielerische Präsenz.» Werder konnte die Begegnung ruhig zu Ende spielen und kam nicht mehr in Bedrängnis.

Für einige Aufregung sorgte nach Spielschluss noch die handfeste Auseinandersetzung von Pizarro mit Emanuel Pogatetz vor dem zweiten Tor. «Ich habe ihm eine gegeben, aber ich wollte es nicht. Ich habe mich nur befreit», sagte der peruanische Stürmer. Er habe den Gegenspieler unabsichtlich berührt. «Wir machen uns erst Gedanken, wenn wir uns damit auseinandersetzen müssen», sagte Werder-Clubchef Klaus Allofs. «Wir werden sehen», antwortete er auf die Frage nach möglichen Konsequenzen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 50,2 - 49,8

Torschüsse: 10 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 57,7 - 42,3

Fouls: 16 - 29

Ecken: 2 - 3

Quelle: optasports.com