Kabul (dpa) - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat das Blutbad eines US-Soldaten unter Bewohnern des Dorfes Balandi Pul als «unverzeihliches Verbrechen» gebrandmarkt. Der Soldat habe 16 Menschen getötet, darunter neun Kinder und drei Frauen, erklärte der Präsidentenpalast.

«Die afghanische Regierung hat oft diese sogenannten Einsätze gegen Terrorismus verurteilt, in denen Zivilisten Opfer erleiden», sagte Karsai nach Angaben seines Amtes. «Aber wenn amerikanische Soldaten vorsätzlich Menschen töten, dann ist das ein unverzeihliches Verbrechen.»

Ein Soldat der US-Armee hatte in der südafghanischen Provinz Kandahar ein Blutbad angerichtet. «Es sieht so aus, als ob er von Haus zu Haus gegangen ist und sie kaltblütig erschossen hat», sagte ein afghanischer Journalist nach einem Besuch des Tatorts. Die Internationale Schutztruppe Isaf bestätigte nur einen Zwischenfall mit mehreren getöteten Afghane sowie die Festnahme eines US-Soldaten.

Karsai forderte die USA auf, den Vorfall dem afghanischen Volk zu erklären. Er sandte eine Untersuchungskommission zum Tatort.