Istanbul (SID) - Bei der Rückkehr zum Gold hat Justin Gatlin im Duell der Dopingsünder Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Bei keinem anderen lagen zwischen zwei Titeln bei der Hallen-WM neun Jahre. Kein anderer gewann die 60 m wie er (6,46 Sekunden) mit einem Vorsprung von acht Hunderstelsekunden. Ansonsten holte nur der Kanadier Bruny Surin auf dieser Distanz zweimal WM-Gold unter dem Hallendach.

"Ich kam her, um zu gewinnen. 2003 siegte ich bei der Hallen-WM in Birmingham exakt in der gleichen Zeit und es fühlt sich großartig an, wieder zurück zu sein", meinte Gatlin (30), dessen von acht auf vier Jahre verkürzte Dopingsperre Ende 2010 ablief. Mit Blick auf Olympia in London meinte der Weltmeister von Helsinki 2005: "Nun will ich die nächste."

Bronze rettete Titelverteidiger Dwain Chambers in 6,60 gerade noch vor dem zeitgleichen Trell Kimmons (USA). "Es ist eine phantastische Zeit, ich bin nicht entäuscht über Bronze. Nun hoffe ich, das der Internationale Sportgerichtshof mir den Weg zu Olympia in London öffnet", sagte der im April 34 Jahre alt werdende Brite. Denn sein Nationales Olympisches Komitee will ihn wie alle Ex-Doper nicht nominieren. Chambers: "Ich fühle, die Athleten wollen mich im Team, aber ich habe keine Ahnung, wie der CAS entscheidet."

Christian Blum, der deutsche Hallenmeister vom TV Wattenscheid, scheiterte nach 6,74 Sekunden im Vorlauf im Halbfinale in schwachen 6,79