Japaner gedenken Opfern der Mega-Katastrophe

Tokio (dpa) - Für einen Moment lang stand das Leben in Japan still: Mit einer Schweigeminute und Gebeten gedachten die Bewohner des Inselreichs heute der rund 19 000 Toten und Vermissten der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor einem Jahr. Die gewaltigen Erdstöße hatten einen Jahrhundert-Tsunami ausgelöst und zum Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi geführt. «Wir werden alles tun, um den Menschen in den betroffenen Regionen zu helfen, damit sie ihr Leben wieder aufbauen», versprach Regierungschef Yoshihiko Noda bei einer staatlichen Gedenkzeremonie im Nationaltheater in Tokio.

Tausende Atomkraftgegner demonstrieren in Deutschland

Brokdorf (dpa) - Am Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima haben in Deutschland Tausende Menschen gegen die Nutzung der Kernenergie demonstriert. Sie forderten eine rasche Umsetzung der Energiewende und einen Neustart beim Umgang mit dem radioaktiven Atommüll. Die größten Protestaktionen fanden an den Atomkraftwerken im bayerischen Gundremmingen und im schleswig-holsteinischen Brokdorf statt. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland beteiligten sich an den Demonstrationen und Menschenketten mehr als 20 000 Menschen.

US-Soldat tötet afghanische Frauen und Kinder

Kabul (dpa) - Ein US-Soldat hat in einem afghanischen Dorf ein Blutbad angerichtet und 16 Zivilisten erschossen. Darunter waren nach afghanischen Angaben neun Kinder und drei Frauen. Die Mordtat löste eine neue Krise im amerikanisch-afghanischen Verhältnis aus. Präsident Hamid Karsai sprach von einem «unverzeihlichen Verbrechen» und verlangte von den USA Aufklärung. Wenn amerikanische Soldaten vorsätzlich Menschen töten, dann sei das ein unverzeihliches Verbrechen. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, General John Allen, zeigte sich «schockiert» über den Vorfall.

Annan optimistisch nach Gesprächen in Syrien

Kairo (dpa) - Der Sondergesandte der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat sich trotz der anhaltenden Gewalt in Syrien verhalten optimistisch geäußert. Nach einem zweiten Treffen mit Präsident Baschar al-Assad in Damaskus sagte er laut Al-Arabija: «Es wird schwierig werden, aber wir müssen die Hoffnung bewahren.» Annan hatte sich gestern und heute mit Assad getroffen. Ziel der Verhandlungen war ein Ende des seit einem Jahr andauernden Blutvergießens in Syrien. Er habe dem syrischen Präsidenten «konkrete Vorschläge» gemacht, wie die Gewalt beendet werden könne.

Schweizer lehnen mehr Mindesturlaub ab

Bern (dpa) - Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen entschieden. 67 Prozent der Teilnehmer stimmten laut Hochrechnung des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehens gegen diese Initiative der Gewerkschaften. Nur 33 Prozent votierten demnach für mehr Urlaub. Der Schweizerische Arbeitgeberverband reagierte erfreut auf das deutliche Nein zur sogenannten Ferieninitiative.

Union will Ausgaben für Wulffs Büroausstattung befristen

Berlin (dpa) - Die Union will Ex-Bundespräsident Christian Wulff Büro, Mitarbeiter und Dienstwagen nur zeitlich begrenzt auf Staatskosten zugestehen. «Die Amtsausstattung sollte dann enden, wenn Wulff wieder eine entgeltliche Tätigkeit aufnimmt», sagte der Haushaltspolitiker Herbert Frankenhauser dem «Spiegel». Diese Einschränkung solle für alle künftigen Präsidenten gleichermaßen gelten. Nach Informationen der «Bild am Sonntag» hat sich Wulff vorübergehend in ein Kloster zurückgezogen. Der 52-Jährige nutze die Zeit auch für einen ausgedehnten Gesundheitscheck.