London (SID) - Box-Rüpel Dereck Chisora bekommt vor seiner Anhörung beim britischen Box-Verband zu seinen Ausrastern vor, während und nach dem WM-Kampf gegen Witali Klitschko am Mittwoch in Cardiff offenbar kalte Füße. "Ich bedauere alles, was ich gesagt und getan habe. Im Rückblick ist mir das alles sehr peinlich, und nachträglich wäre es wohl besser gewesen, ich wäre zuhause geblieben", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit der englischen Zeitung The Independent.

Chisora hatte Klitschko vor dem Kampf in München beim Wiegen geohrfeigt. Bei der Begrüßung im Ring spuckte der Brite Klitschkos Weltmeister-Bruder Wladimir ins Gesicht, und nach seiner Niederlage lieferte sich Chisora auf der Pressekonferenz eine Prügelei mit seinem britischen Rivalen David Haye und drohte dem Ex-Champion mit Mord.

Nunmehr hofft Chisora, der nach den Vorkommnissen von München vom Weltverband WBC bis auf Weiteres suspendiert ist, bei der Anhörung in Wales auf Milde. "Alles, was ich mir wünsche, ist die Möglichkeit zur Darstellung meiner Sicht auf die Dinge und eine faire Behandlung. Vielleicht haben sie schon ihr Urteil gefällt, vielleicht wollen sie ein Exempel an mir statuieren. Ich kann nur hoffen, dass sie erkennen, wie sehr mir alles Leid tut und dass ich nur in den Ring zurück und tun möchte, was ich am besten kann: kämpfen. Eines Tages werde ich Weltmeister, und dann werden alle Briten stolz auf mich sein." Als Strafe für die Ausfälle in München droht Chisora ein befristeter oder gar unbefristeter Entzug seiner Profi-Lizenz.

Speziell seine Morddrohung gegen Haye steht immer noch im Raum. "Das waren doch leere Drohungen. Ich würde so etwas niemals tun können. Ich habe gar keine Waffe, hatte niemals eine und werde auch niemals eine haben. Es war einfach eine dumme Bemerkung."