Belgrad (SID) - Lange vor dem Abschluss der EM am Sonntagabend in Belgrad saß Ringer-Boss Manfred Werner morgens um 9.00 Uhr an seinem heimischen Schreibtisch und verfasste ein Schreiben an die Bundestrainer. Darin gab der Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) die Marschrichtung für die anstehenden Olympia-Qualifikationsturniere im April und Mai vor. "Ich plane mit sechs Startplätzen für London. Das wäre unbedingt nötig", sagte Werner dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Die EM, bei der Jaqueline Schellin (48 kg/Mühlacker) und Alexandra Engelhardt (51 kg/Ludwigshafen) vor den abschließenden Wettkämpfen im griechisch-römischen Stil der Männer zwei Bronzemedaillen geholt hatten, hakte Werner schnell ab: "Wir hatten ein gemischtes Team am Start. Einige sichere Qualifikations-Starter wurden geschont, mögliche Anwärter waren am Start. Der ein oder andere hat sich bewiesen, der ein oder andere hat die Erwartungen nicht erfüllt", kommentierte der DRB-Chef den Auftritt der Deutschen bei den Titelkämpfen, bei denen keine Olympia-Tickets vergeben wurden.

Nun müssen die Bundestrainer Jörg Helmdach (Frauen), Jannis Zamanduridis (griechisch-römisch) und Alexander Leipold (Freistil) entscheiden, wen sie bei den Qualifikationsturnieren in Sofia (20. bis 22. April), im chinesischen Taiyuan (27. bis 29. April) sowie in Helsinki (4. bis 6. Mai) an den Start schicken. "Wir werden uns bei den deutschen Meisterschaften am nächsten und übernächsten Wochenende darüber austauschen", sagte Werner.

Bisher hat sich lediglich Frank Stäbler (66 kg/Musberg) mit seinem fünften Platz im griechisch-römischen Stil bei der WM 2011 in Istanbul einen Olympia-Startplatz gesichert. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking ging der DRB, der bei der Heim-EM im vergangenen Jahr in Dortmund zweimal Bronze geholt hatte, mit sieben Athleten an den Start. Mirko Englich (96 kg) aus Frankfurt/Oder holte damals Silber im griechisch-römischen Stil.