Düsseldorf (dpa) - Mit verkürzten Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte will Griechenland Investoren den Sprung in das krisengeplagte Land erleichtern.

Im Visier hat die Regierung in Athen vor allem den Solarstrom, der nach Worten des Umweltministers Giorgos Papakonstantinou noch vor 2015 aus Griechenland nach Europa fließen soll.

«Ein Gesetz für einfachere Genehmigungen bei Schlüsselprojekten verabschieden wir in diesen Wochen», kündigte Papakonstantinou in der «Wirtschaftswoche» an. «Der Investor muss dann nichts mehr dazu tun, er erhält von uns komplett genehmigtes Gelände, das sich im öffentlichen Besitz befindet. Er kann sofort starten.» Geführt werden solle die entstehende Solarstromindustrie von einem neuen staatlichen Unternehmen, der Helios SA, die zusammen mit privaten Investoren Gemeinschaftsunternehmen zum Bau von Kraftwerken bilden solle.

«Bis Ende des Jahres schließen wir alle administrativen Vorbereitungen ab. Bis Ende 2013 geht die erste Anlage mit 300 Megawatt in Betrieb, um zu zeigen: Es funktioniert», zitiert das Magazin den griechischen Umweltminister.

Griechenland steckt seit mehreren Jahren in einer tiefen Rezession und hängt seit fast zwei Jahren am internationalen Finanztropf, ohne den das Land pleite wäre. Im Gegenzug zu Hilfskrediten musste Athen immer neue harte Sparprogramme verabschieden, die die ohnehin wenig leistungsfähige Wirtschaft zusätzlich schwächen. Deswegen mehren sich Stimmen, die neben dem harten Sparkurs eine Art «Marshallplan» zu Aufbau einer wettbewerbsfähigen Ökonomie fordern.

Als einer der Hoffnungsträger für das Land im Südosten Europas gilt dabei die Solarenergie. Zuletzt hatte das ums Überleben kämpfende Solarunternehmen Q-Cells einen Auftrag für vier Solarprojekte aus Griechenland erhalten.