Frankfurt/Main (dpa) - Schlechte Nachrichten aus China und Gewinnmitnahmen haben den Dax am Dienstag belastet. Der Leitindex fiel um 1,38 Prozent auf 7056 Punkte. Nach zuletzt acht freundlichen Handelstagen war dem Dax bereits zu Wochenbeginn die Luft ausgegangen, und er hatte knapp im Minus geschlossen.

Auf Jahressicht jedoch steht damit immer noch ein sattes Plus von fast 20 Prozent zu Buche. Der MDax sank zuletzt um 1,83 Prozent auf 10 517 Punkte und der TecDax büßte 1,51 Prozent ein auf 785 Punkte.

Bereits im frühen Geschäft hatten Kursverluste an der chinesischen Börse auf die Stimmung gedrückt. In der Folge habe der Dax die Unterstützung bei 7090 Punkten gerissen, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Das habe den einen oder anderen Anleger veranlasst, Kasse zu machen. «Insbesondere die Autowerte - bisher jedermanns Liebling - kommen dabei unter die Räder», fuhr der Fachmann fort.

Am Dax-Ende verloren die Autowerte Volkswagen (VW), BMW und Daimler jeweils über 4 Prozent. Mehrere Händler verwiesen auf den Verband chinesischer Autohersteller, dem zufolge die Branche in diesem Jahr weniger Fahrzeuge absetzen wird als erwartet.

Die Nachrichten aus China drückten im MDax auch die Papiere mehrerer Automobilzulieferer ins Minus. So fielen Leoni ungeachtet einer erhöhten Dividende und Aussagen zum Jahr 2012 um etwa 3,9 Prozent. Der Kabel- und Bordnetzspezialist setzt nach dem Rekordjahr 2011 auf weiteres Wachstum in den Schwellenländern und will künftig mehr Geld investieren. Für die Titel von Continental ging es am Index-Ende um fast 7 Prozent nach unten.

Die Metro-Titel stemmten sich als einer der wenigen Gewinner gegen den negativen Trend und kletterten an der Dax-Spitze um 2,01 Prozent auf 31,485 Euro, obwohl ein schwaches Weihnachtsgeschäft dem Handelskonzern die Bilanz verhagelt hatte. Nach Jahren des Sparens will der seit Januar amtierende neue Metro-Chef Olaf Koch aber nun den Fokus auf die Steigerung des Umsatzes legen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,70 (Montag: 1,69) Prozent. Der Rentenindex Rex sank leicht um 0,03 Prozent auf 129,86 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,10 Prozent vor auf 135,74 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3198 (1,3150) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7577 (0,7605) Euro.