Frankfurt/Main (dpa) - Schlechte Nachrichten aus China und Gewinnmitnahmen haben den Dax am Dienstag unter Druck gesetzt. Belastet von starken Kursverlusten bei Autoaktien gab der Leitindex 1,39 Prozent auf 7054,94 Punkte ab.

Nach zuletzt acht freundlichen Handelstagen war dem Dax bereits am Vortag die Luft ausgegangen, als er mit einem knappen Minus in die Woche gestartet war. Auf Jahressicht jedoch steht damit immer noch ein sattes Plus von fast 20 Prozent zu Buche. Der MDax sank um 1,28 Prozent auf 10 575,18 Punkte und der TecDax büßte 1,24 Prozent auf 786,70 Punkte ein.

Bereits im frühen Geschäft hatten Kursverluste an der chinesischen Börse auf die Stimmung gedrückt. In der Folge habe der Dax die Unterstützung bei 7090 Punkten gerissen, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Das habe den einen oder anderen Anleger veranlasst, Kasse zu machen. «Insbesondere die Autowerte - bisher jedermanns Liebling - kommen dabei unter die Räder», fuhr der Experte fort. Die positiven Grundzutaten für einen stabilen Aktienmarkt aber seien weiter gegeben.

Am Dax-Ende verloren die bereits am Vortag schwachen BMW-Aktien 5,04 Prozent auf 68,22 Euro. VW und Daimler folgten dahinter mit Abgaben von mehr als vier Prozent. Händler verwiesen auf Aussagen des Verbands chinesischer Autohersteller, wonach sich das Absatzwachstum in China in diesem Jahr verlangsamen und hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte.

Die Nachrichten aus China drückten im MDax auch die Papiere mehrerer Automobilzulieferer ins Minus. So fielen Leoni ungeachtet einer erhöhten Dividende und Aussagen zum Jahr 2012 um 4,73 Prozent auf 36,25 Euro. Der Kabel- und Bordnetzspezialist setzt nach dem Rekordjahr 2011 auf weiteres Wachstum in den Schwellenländern und will künftig mehr Geld investieren. Für die Titel von Continental ging es ähnlich deutlich um rund 4,6 Prozent nach unten.

Metro-Titel stemmten sich dagegen an der Dax-Spitze mit plus 0,94 Prozent auf 31,155 Euro gegen den Trend, obwohl ein schwaches Weihnachtsgeschäft dem Handelskonzern die Bilanz verhagelt hatte. Nach Jahren des Sparens will der seit Januar amtierende Metro-Chef Olaf Koch aber nun den Fokus auf die Steigerung des Umsatzes legen. Laut Händlern sei in dem Kurs zudem schon viel Negatives enthalten.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,22 Prozent tiefer bei 2576,61 Punkten und auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten einen Verlust von etwas mehr als einem Prozent. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit etwa 0,5 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,70 (Montag: 1,69) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,03 Prozent auf 129,86 Punkte. Der Bund Future legte 0,05 Prozent auf 135,67 Punkte zu. Der Referenzkurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,3198 (1,3150) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7577 (0,7605) Euro.