Mexiko-Stadt (dpa) - Ein schweres Erdbeben mit einer Stärke über 7 hat den Süden Mexikos erschüttert und zahllose Bewohner in Mexiko-Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

Aus dem Bundesstaat Guerrero, in dem das Zentrum des Bebens lag, meldeten die Zivilschutzbehörden mehrere eingestürzte Häuser. In Mexiko-Stadt, in deren Ballungsraum rund 20 Millionen Menschen wohnen, wurden am Dienstagmittag Häuser beschädigt, das Telefonnetz war unterbrochen. Die Regierung meldete zunächst keine Opfer und größere Schäden. Präsident Felipe Calderón sprach aber von Szenen der Panik und von Evakuierungen.

Das Zentrum des Erdstoßes lag rund 190 Kilometer östlich des Ferienorts Acapulco am Pazifik, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Der nächstgelegene Ort ist Ometepec mit etwa 20 000 Einwohnern. Das Beben war auch in der 315 Kilometer nördlich gelegenen Hauptstadt zu spüren. Dort liefen Zehntausende Menschen auf die Straßen, Hochhäuser schwankten, Hubschrauber kreisten am Himmel. In Gebäuden waren Risse zu sehen.

Präsident Calderón erklärte mehrmals, es habe nur geringere Schäden gegeben. «Glücklicherweise müssen wir bisher keinen Verlust von Menschenleben bedauern», sagte er im Fernsehen nach einer telefonischen Verbindung mit dem Gouverneur von Guerrero. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter schrieb er zudem, das Gesundheitssystem funktioniere ohne größere Probleme. Aus der Hauptstadt waren Bilder zu sehen, wie Sanitäter Menschen behandelten.

Calderón bezifferte die Stärke des Bebens unter Berufung auf die nationale Erdbebenwarte mit 7,8. Das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) registrierte 7,3, die US-Erdbebenwarte 7,4. Danach gab es noch mehrere Nachbeben.

Juan Ramón Ramírez vom Katastrophenschutz in Acapulco sagte dem Sender CNN, es gebe bisher keine Berichte über Opfer oder schwere Schäden in der Stadt. Auf den Straßen herrsche Verkehrschaos, viele Eltern eilten herbei, um ihre Kinder von den Schulen abzuholen.

Das Erdbeben ereignete sich nach Angaben des Geoforschungszentrums in Potsdam in einem relativ abgelegenen Gebiet. «Von daher rechne ich nicht mit einer sehr schweren Katastrophe», sagte der Geophysiker Joachim Saul der Nachrichtenagentur dpa. Jedoch sei eine genaue Einschätzung über Schäden bisher sehr schwer.

Mexiko wird häufig von Erdbeben erschüttert. Erst am 10. Dezember 2011 hatte die Erde in Guerrero gezittert, damals hatte das Beben eine Stärke von 6,5. Dabei starben mehrere Menschen, weitere wurden verletzt.

Am 19. September 1985 hatte ein Beben der Stärke 8,0 große Teile von Mexiko-Stadt verwüstet - trotz großer Entfernung zum Epizentrum. Nach offiziellen Angaben gab es landesweit mindestens 9500 Tote, andere Quellen berichteten von bis zu 35 000 Opfern.

USGS-Erdbebenwarte