Frankfurt/Main (SID) - Der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert hält die jüngsten Autobahnattacken und Angriffe auf Fans von Fußball-Bundesligisten für keine neue Form von Gewalt. "Ich würde nicht von einer neuen Dimension der Gewalt sprechen. Jagdszenen hat es auch schon vor 20 Jahren gegeben. Wir haben hier Einzelfälle, die in ihrer Art und Weise erschreckend sind. Deshalb tun wir gut daran, intensiv mit der Polizei zusammenzuarbeiten", sagte Große Lefert am Dienstag dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Ausschreitungen in und außerhalb der Stadien seien keine neue Erscheinung, sagte Große Lefert weiter: "Die Sensibilität der Medien ist höher geworden und hat auch dazu geführt, dass man sich solchen Themen mehr widmet." Damit solche Ausschreitungen in Zukunft verhindert werden können, müssten auch die Vereine aktiv werden.

"Letztendlich ist es eine Frage der Fanszenen, diese müssen die Selbstregulierung auch stärker einfordern. Hier ist Überzeugungsarbeit untereinander gefragt", sagte Große Lefert, räumte aber zugleich ein: "Sicherlich gibt es in Vereinen auch Teile von gewaltbereiten Fans, die man durch eine Selbstregulierung nicht erreichen kann."

Zuletzt hatten Angriffe auf Fans abseits der Stadien Schlagzeilen gemacht. Erst am vergangenen Wochenende waren Fans des Bundesligisten FSV Mainz 05 nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg (1:2) auf dem Parkplatz des heimischen Bruchwegstadions angegriffen worden. Die Polizei geht davon aus, dass Hooligans des 1. FC Kaiserslautern an der Attacke, bei der es aufseiten der Mainzer "zahlreiche Verletzte" gegeben hat, beteiligt gewesen sind. An der Schlägerei sollen etwa 80 Personen beteiligt gewesen sein.

Am 4. März hatten zudem mehrere Fahrzeuge mit Kölner Hooligans versucht, einen Bus mit Gladbach-Fans auf der Autobahn auszubremsen. Auf dem Rastplatz Siegburg-Ost griffen dann vermummte Personen den Bus an, woraufhin der Fahrer die Flucht in Richtung Köln ergriff. Die Gladbach-Fans befanden sich auf der Rückreise vom Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg.

Nur eine Woche später attackierten Hooligans des Zweitligisten Hansa Rostock anreisende Anhänger von Eintracht Frankfurt auf ebenso rabiate Weise. Daraufhin hatte der DFB die Behörden in die Pflicht genommen.