Kaiserslautern (SID) - Für Ex-Torjäger Olaf Marschall hat Trainer Marco Kurz beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern den Überblick verloren. "In der letzten Saison machte er einen guten Eindruck, aber jetzt scheint er den Faden verloren zu haben. Es sieht so aus, als ob er immer noch herumprobiert, wie welcher Spieler wann auf welcher Position am besten funktioniert. Als ob er selbst an seinen Entscheidungen zweifelt - und das überträgt sich auf die Mannschaft", sagte Marschall, der 1998 mit dem FCK Meister wurde, dem Internetportal spox.com.

Grundsätzlich unterstellte Marschall sowohl Trainer Kurz als auch FCK-Boss Stefan Kuntz eine völlig verfehlte Personalpolitik. "Es fehlt die Qualität. Zwar wurden mit dem Ilicevic-Verkauf vier Millionen Euro eingenommen, dennoch wurde zu viel Geld für die falschen Spieler bezahlt. Die anderen Vereine unten drin hatten lange nicht so viele Mittel zur Verfügung. Borysiuk ist erst 20 und weiß nicht, was Abstiegskampf bedeutet. Für das Geld, dass Borysiuk gekostet hat, hätte man einen gestandenen Sechser aus der 2. Liga kaufen sollen", sagte Marschall.

Den bei den Fans heiß diskutierten Torwartwechsel von Kevin Trapp zu Tobias Sippel bewertet Marschall derweil positiv: "Kevin ist sachlicher und ruhiger, was in guten Phasen vielleicht vorzuziehen ist. Doch wenn es um das nackte Überleben geht, braucht man einen, der mit Emotionen vorangeht. Tobi kann von hinten seine Mitspieler wecken."