Neufahrn (dpa) - Der Fortbestand der Großbäckerei Müller-Brot steht auf der Kippe. Der Präsident des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, beriet zusammen mit Regierungsvertretern und dem Freisinger Landrat Michael Schwaiger (Freie Wähler) über die Freigabe der Produktion.

Die Brotfabrik im Münchner Vorort Neufahrn steht wegen massiver Hygienemängel seit sieben Wochen still und hat Insolvenz angemeldet. Nach einer Generalsanierung hatten Kontrolleure die Anlagen am Montag unter die Lupe genommen, waren aber zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) befürchtet inzwischen selbst bei einer Freigabe und einer Rettung durch einen Investor einen massiven Stellenabbau. Vor der Aufdeckung des Hygieneskandals hatte Müller-Brot mit 1250 Beschäftigten rund 120 Millionen Euro Jahresumsatz gemacht. Künftig werde der Umsatz nur noch 40 Millionen betragen können, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl.

Der Gewerkschafter Mustafa Öz sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa: «Nur noch ein Drittel Umsatz, heißt das auch nur noch ein Drittel Personal?« Möglicherweise bereite der Insolvenzverwalter Belegschaft und Öffentlichkeit schon auf eine «ganz große Erosion» vor, weil die potenziellen Investoren keine Großkunden mitbrächten. Vor allem in der Brotfabrik in Neufahrn und bei der Logistik befürchte er sehr starke Einschnitte, sagte Öz. Gewerkschaft und Betriebsrat wollten jetzt dringend mit Ampferl sprechen.

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