Sepang (dpa) - Der deutsche Formel-1-Rennstall MercedesAMG ist auf der Suche nach Lösungen für den Reifenverschleiß seines neuen Silberpfeils. «Unser Team arbeitet an der Analyse», sagte Motorsportchef Norbert Haug in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Viel Zeit bleibt nicht, am Sonntag steigt bereits der Große Preis von Malaysia. Dort werden die Reifen besonders beansprucht. Die Streckentemperatur kann bis zu 50 Grad betragen. «Wir werden in Sepang in den Trainingssitzungen am Freitag und Samstag so viel wie möglich unter Rennbedingungen testen, um uns so bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten», kündigte Haug an.

Hat das Team das Problem mit dem Reifenverschleiß schon verorten können und wie lange wird es dauern, es zu lösen?

Haug: «Unser Team arbeitet an der Analyse. Unsere Tests unter Rennbedingungen am Freitag und am Samstagmorgen zeigten ansprechende Rundenzeiten, die den anschließend im Konkurrenzvergleich im Qualifying gezeigten Leistungen entsprachen. Möglicherweise haben kleine Abstimmungsveränderungen, die am Samstag vorgenommen wurden, nicht die richtige Richtung getroffen. Aber wir analysieren das präzise.»

Inwiefern beeinflusst es Ihre Hoffnungen für das kommende Rennen bei extremen Bedingungen in Sepang und mit welchen Platzierungen rechnen Sie?

Haug: «Wir werden in Sepang in den Trainingssitzungen am Freitag und Samstag so viel wie möglich unter Rennbedingungen testen, um uns so bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten. Für das Rennen am Sonntag sind derzeit Gewitter und Regen angesagt und das kann im Feld - wie aus den Malaysia-Rennen der Vergangenheit bekannt - Veränderungen in beide Richtungen - nach vorn wie nach hinten - bedeuten.»

Inwiefern ist so ein Problem denn nicht vorher auszumachen und zu beseitigen?

Haug: «Wir rechneten vor dem Rennen nicht mit diesem Problem, viele andere Teams haben die Aufgabe der Reifennutzung in Melbourne ganz offensichtlich besser gelöst. Um unseren so erlittenen Zeitverlust anhand von Zahlen deutlicher zu machen: Nico (Rosberg) lag mit seinem größeren Reifenverschleiß als Fünftplatzierter zur Rennhalbzeit nach 29 Runden knapp 16 Sekunden hinter Platz 2 und 13 Sekunden hinter Platz drei. Es fehlte ihm bis dahin also im Schnitt rund eine halbe Sekunde pro Runde auf die Zeiten der Podiumsränge. Der spätere Sieger Jenson Button lag bei Halbzeit allerdings schon knapp zehn Sekunden vor dem zweitplatzierten Lewis Hamilton.»