Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutschen geben fast ebenso viel Geld für aktives Musizieren aus wie für passives Musikhören: Sie investieren rund 2,7 Milliarden Euro jährlich in Instrumente oder Unterricht - 67,20 Euro pro Haushalt, wie am Dienstag vor Beginn der Frankfurter Musikmesse berichtet wurde.

Für Tonträger oder Abspielgeräte werden die Konsumenten in diesem Jahr wohl nur noch rund 2,9 Milliarden Euro bezahlen, halb so viel wie im Jahr 2000. Auf der am Mittwoch beginnenden Musikmesse präsentieren 1512 Aussteller aus 51 Ländern ihre Produkte, auf der Begleitmesse prolight+sound sind 876 Aussteller aus 41 Ländern vertreten. Die Messen seien die weltweit bedeutendsten Plattformen für Instrumente und Entertainment-Technologien, sagte Messegeschäftsführer Detlef Braun. Die Ausstellerzahlen belegten «Stabilität auf Rekordniveau». Die Doppelmesse endet am Samstag mit einem Besuchertag.

Nach dem Einbruch von 2009 verkauften deutsche Hersteller im vergangenen Jahr wieder mehr Instrumente - vor allem ins Ausland. Der Umsatz stieg 2011 um 6,1 Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Musikinstrumentenhersteller berichtete. Bester Kunde ist Frankreich, die Nachfrage aus den USA ging leicht, die von Japanern stark zurück. Deutlich mehr verkauft wurde nach Russland - und nach China, wo allerdings auch über ein Viertel der Importe herkommen.

Deutschland verkauft für rund eine halbe Milliarde Euro Instrumente ins Ausland - und importiert im gleichen Umfang Waren zurück. «Es gibt weltweit eine Tendenz zu Marken und Qualität "made in Germany"», sagte Gerhard Meinl, Vorsitzender des Dachverbands Musikwirtschaft und Veranstaltungstechnik. Importiert würden hingegen eher Instrumente «im Einsteigerbereich». Besonders deutlich zeigt sich das bei Klavieren. Tendenz: Viele günstige Pianos von Asien nach Deutschland, wenige teuere Pianos von Deutschland nach Asien.

Auch wenn Tasteninstrumente die umsatzstärkste Warengruppe bleiben - den größten Zuwachs gab es bei Blasinstrumenten, berichtete die Society of Music Merchants. «Umsatztreiber waren im vergangenen Jahr aber Kopfhörer und Mikrofone», sagte Geschäftsführer Daniel Knöll. Auch auf der Musikmesse wird Elektronik ein großes Thema sein. «Der Trend geht Richtung Vereinfachung und Miniaturisierung», sagte Bereichsleiterin Cordelia von Gymnich. Die Technik werde kleiner, preiswerter, leichter zu bedienen, bis hin zum portablen Tonstudio.

Musikmesse