Berlin (dpa) - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, sich der Suche nach einem Atommüll-Endlager anzunehmen. Sie solle bald zu einem Spitzengespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder und den Fraktionsspitzen einladen, sagte Gabriel der Nachrichtenagentur dpa.

Vorschläge von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) reichten der SPD nicht. Wenn die ganze Regierung dahinter stehe, könne noch vor der Sommerpause ein Endlagerkonsens erreicht werden.

Zugleich begrüßte Gabriel Röttgens Vorschlag für einen vorläufigen Stopp aller Erkundungen am niedersächsischen Standort Gorleben. «Herr Röttgen ist damit auf die Linie der SPD eingeschwenkt.» Jetzt sei wieder der Stand des Gorleben-Moratoriums erreicht, den SPD und Grüne 2002 bereits gesichert hätten.

Nach Ansicht des früheren Bundesumweltministers sind wegen des «unsinnigen Widerstands» aus der Union Jahre verloren. Nun seien auch noch weitere Fragen zu klären. Nach wie vor strittig seien etwa die Sicherheitskriterien für die Eignung eines Endlagerstandortes und die Organisation einer geeigneten Behördenstruktur für die Endlagersuche. «Eine Zerschlagung des hochqualifizierten Bundesamtes für Strahlenschutz zu Gunsten von privatwirtschaftlichen Lösungen bei der Endlagersuche werden wie nicht mitmachen. Wir werden der Atomlobby nicht gestatten, durch die Hintertür wieder ins Geschäft zu kommen, wie es das Bundesumweltministerium derzeit vorschlägt», kündigte er an.

Früherer Plan für neue Endlagersuche

Endlagerregionen

Gorleben-Dialog des Umweltministeriums

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Informationen zur Endlagerung