Berlin (dpa) - Fünf Tage nach seiner Wahl ist der neue Bundespräsident Joachim Gauck vereidigt worden. Der 72-Jährige leistete am Freitag in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat seinen Eid. Gauck ist das elfte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik.

Unmittelbar nach seiner Vereidigung rief Gauck die Menschen in Deutschland zu Zuversicht auf. «Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen. Und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können», sagte Gauck in seiner ersten wichtigen Rede. Er nannte Deutschland ein «Land des Demokratiewunders».

Bundestagspräsident Norbert Lammert bezeichnete die Wahl Gaucks als Zeichen des unaufhaltsamen Fortschritts beim Zusammenwachsen von Ost und West. Das erste in der DDR aufgewachsene Staatsoberhaupt habe das Leben in Unfreiheit persönlich erlebt, sagte Lammert vor der Vereidigung. Gauck werde getragen von einer Woge der Sympathie. Die Erwartungen an ihn seien hoch.

Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Gaucks Wahl als wichtigen Meilenstein in der Geschichte Deutschlands. Der ostdeutsche Theologe stehe wie kaum ein Zweiter für den Satz der friedlichen Revolution in der DDR von 1989 «Wir sind ein Volk», sagte der bayerische Ministerpräsident, der zwischenzeitlich kommissarisches Staatsoberhaupt war.

Lammert und Seehofer dankten dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff, er habe wichtige Impulse für Zusammenhalt und Integration gesetzt. Wulffs Frau Bettina habe «dem modernen Deutschland ein Gesicht gegeben», sagte Seehofer.

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