Ehingen (dpa) - Baden-Württemberg wird am Mittwoch voraussichtlich den Weg für die geplante Schlecker-Transfergesellschaft freimachen. Der zuständige Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags werde sich am Mittwochnachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung treffen.

Dies bestätigte die Ausschussvorsitzende Tanja Gönner (CDU) am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Nach dpa-Informationen stehen neben den Vertretern der Regierungsparteien Grüne und SPD auch zahlreiche CDU-Politiker grundsätzlich hinter dem Vorhaben von Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), dass Baden-Württemberg bei der nötigen Bürgschaft für die Transfergesellschaft zunächst in Vorleistung geht.

Gönner forderte allerdings, es müssten bis Mittwoch schriftliche Absichtserklärungen der anderen Bundesländer vorliegen, dass sie sich über Rückbürgschaften an der Transfergesellschaft beteiligen. «Außerdem haben wir darum gebeten, dass Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zu uns in den Ausschuss kommt», sagte Gönner.

Bis Montagabend müssten zudem alle nötigen Unterlagen vorliegen, damit die Ausschussmitglieder sich auf die Entscheidung vorbereiten könnten. «Wir wollen einfach wissen, wie hoch das Risiko ist», sagte die frühere Umwelt- und Verkehrsministerin.

Die geplante Transfergesellschaft soll die 11 000 vor der Entlassung stehenden Schlecker-Beschäftigten zunächst für die kommenden Monate vor dem Fall in die Arbeitslosigkeit bewahren. Allerdings müssen die Bundesländer dazu eine Bürgschaft für einen KfW-Kredit von 71 Millionen Euro abgeben. Nachdem Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen aller 16 Länder am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren, überlegt Baden-Württemberg nun, die Bürgschaft zunächst alleine zu tragen.