Berlin/Ehingen (dpa) - Baden-Württemberg wird erst nächste Woche entscheiden, ob es mit einer Bürgschaft für die geplante Schlecker-Transfergesellschaft in Vorleistung tritt. Die Entscheidung darüber müsse im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags getroffen werden.

Dies sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Stuttgart. «Wir streben eine Sitzung des Ausschusses für nächste Woche an», sagte er.

Nachdem Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen aller 16 Bundesländer am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren, prüft das Stammland der Drogeriekette nun, ob es die Auffanglösung für die Beschäftigten zunächst alleine auf den Weg bringt. Dafür müsste ein Kredit der Staatseigenen KfW von 71 Millionen Euro mit einer Bürgschaft abgesichert werden.

Wenn Baden-Württemberg zunächst in Vorleistung trete, müssten die anderen Bundesländer schauen, wie sie sich durch eine Rückverbürgung daran beteiligen könnten, sagte der Ministeriums-Sprecher. Probleme können dabei unter anderem in Nordrhein-Westfalen auftreten, wo sich der Landtag als zuständiges Gremium aufgelöst hat.

In der Transfergesellschaft könnten die Schlecker-Beschäftigten, die im Zuge der Insolvenz ihren Arbeitsplatz verlieren, bis zu einem Jahr lang qualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden. Die Zeit drängt, denn an diesem Samstag sollen die meisten der 2200 Filialen, die auf der Streichliste stehen, endgültig schließen. Zum 1. April sollen die 11 000 entlassenen Schlecker-Mitarbeiter in die Transfergesellschaft übernommen werden.