Berlin (dpa) - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) steht der Ausbreitung von Minijobs kritisch gegenüber. «Für viele junge Mütter, die reguläre Arbeit suchen, wird der Minijob zur biografischen Sackgasse», sagte Schröder am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

«Der Minijob hat seine Berechtigung zum Beispiel für Studenten oder bei Haushaltshilfen. Aber ich plädiere dringend für Vorsicht und Augenmaß, wenn es um die Ausdehnung dieser Arbeitsverhältnisse geht.»

Schröder reagierte damit auf Medienberichte, dass Millionen Frauen nach jahrzehntelanger Beschäftigung in Minijobs auf Armut im Alter zusteuern. «Wir haben das unübersehbare Problem, dass Frauen nach der Rückkehr aus der Babypause meist Teilzeitarbeit wollen, aber oft in Minijobs abgeschoben werden. So sehr die Arbeitgeberseite auf Flexibilisierung drängt: Es gibt hier Grenzen.»

Und mit einem Seitenhieb auf Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (ebenfalls CDU) stellte Schröder fest: «Es macht keinen Sinn, heute die Minijobs auszuweiten und morgen mit der Zuschussrente die Folgen davon mühsam aufzufangen.» Mit der Zuschussrente will von der Leyen langjährigen Niedrigverdienern - vor allem Frauen - unter bestimmten Voraussetzungen die Rente auf bis zu 850 Euro im Monat aufstocken.