Damaskus/Istanbul (dpa) - In Syrien geht auch einen Tag, nachdem die Führung den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert hat, das Töten weiter. Am Mittwoch starben nach Angaben von Regimegegnern in der seit Monaten umkämpften Ortschaft Al-Rastan drei Soldaten.

Deserteure hätten sich Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. 16 Soldaten und vier Deserteure hätten Verletzungen erlitten, hieß es. Auch aus mehreren anderen Dörfern und Städten in de Provinzen Daraa, Idlib, Hama und Homs meldeten die Aktivisten Angriffe der Armee von Präsident Baschar al-Assad.

Die staatlichen syrischen Medien betonten unterdessen, bislang habe nur die Regierung den Annan-Plan angenommen, die Opposition aber nicht. Der Plan sieht unter anderem eine Waffenruhe, Zugang für humanitäre Hilfe und einen politischen Dialog zwischen dem Regime und seinen Gegnern vor.

Die Oppositionsgruppen, deren wichtigste Vertreter sich in Istanbul versammelt hatten, erklärten am späten Dienstagabend: «Wenn es das Regime ernst meint, dann müssten morgen schon die Panzer aus den Straßen verschwinden und die politischen Gefangenen freigelassen werden, doch dies wird nicht geschehen.» Die sogenannten Revolutionskomitees warnten die Mitglieder des Syrischen Nationalrates (SNC) unterdessen davor, ihre persönlichen Ambitionen und Eifersüchteleien wichtiger zu nehmen als den Erfolg der Revolution.