Damaskus/Istanbul (dpa) - In Syrien geht das Töten weiter, obwohl die Führung in Damaskus den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert hat.

In der seit Monaten umkämpften Ortschaft Al-Rastan starben am Mittwoch nach Angaben von Regimegegnern drei Soldaten bei Gefechten zwischen der Armee und Deserteuren. In den Provinzen Homs und Idlib seien neun Menschen getötet worden.

Deserteure der Freien Syrischen Armee töteten diesen Angaben zufolge einen General der Luftwaffe aus dem Hinterhalt. Sie hätten dem Offizier Chalif al-Abdullah kurz nach dem Verlassen seines Hauses in Aleppo aufgelauert. Von offizieller Seite wurde dies zunächst nicht bestätigt.

Die staatlichen syrischen Medien betonten, bislang habe nur die Regierung den Annan-Plan angenommen, die Opposition aber nicht. Der Plan sieht unter anderem eine Waffenruhe, Zugang für humanitäre Hilfe und einen politischen Dialog zwischen dem Regime und seinen Gegnern vor.

Die Oppositionsgruppen, deren wichtigste Vertreter sich in Istanbul versammelt hatten, erklärten am späten Dienstagabend: «Wenn es das Regime ernst meint, dann müssten morgen schon die Panzer aus den Straßen verschwinden und die politischen Gefangenen freigelassen werden, doch dies wird nicht geschehen.»

Die sogenannten Revolutionskomitees warnten die Mitglieder des Syrischen Nationalrates (SNC) unterdessen davor, ihre persönlichen Ambitionen und Eifersüchteleien wichtiger zu nehmen als den Erfolg der Revolution.