Berlin (dpa) - Vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor einem zu hohen Abschluss gewarnt.

«Wenn man zu hoch abschließt, dann löst man eine Privatisierungswelle vor allem bei den Kommunen aus. Und ich glaube, dass das auch Verdi nicht wollen kann», sagte er am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin». Es sei verständlich, dass die Beschäftigten Geld brauchten, und die Arbeitgeber wollten auch keine Nullrunden. Doch es gebe klare Grenzen. Die Kommunen lebten von Steuereinnahmen und Gebühren und stünden in einem harten Wettbewerb mit privaten Anbietern, etwa im Bereich der Entsorgungsbetriebe.

Die Gewerkschaften verlangen für die rund zwei Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro - bei einjähriger Laufzeit des Tarifvertrages. Die Arbeitgeber bieten an, die Gehälter mit einem Stufenmodell innerhalb von zwei Jahren um 3,3 Prozent anzuheben.

Friedrich sagte, er erwarte, dass die Gewerkschaften von ihrer «unrealistischen Forderung» heruntergehen. «Ich bin überzeugt, dass wir uns einigen können.»