Karlsruhe (dpa) - Ein niedriger Startpreis bei einer Internet-Auktion ist kein Anzeichen dafür, dass es sich um ein gefälschtes Produkt handelt. Das entschied der Bundesgerichtshof am Mittwoch im Streit um ein angebliches Luxus-Handy im Wert von 24 000 Euro.

Der Käufer darf nun weiter auf Schadensersatz hoffen (Az.: VIII ZR 244/10). Das Gerät war mit einem Startpreis von einem Euro bei Ebay angeboten worden; der Kläger hatte es für 782 Euro ersteigert. Anschließend behauptete er, es handle sich um eine Fälschung, und forderte mehr als 23 000 Euro Schadensersatz - den Differenzbetrag zu einem echten Handy der Luxusmarke «Vertu». In den Vorinstanzen hatte er damit keinen Erfolg - er hätte wissen müssen, dass es sich bei dem niedrigen Startpreis nicht um ein Originalprodukt handeln könne.

Der BGH hob die Urteile auf und verwies die Sache zurück: Der niedrige Startpreis allein sei bei einer Internet-Auktion kein Indiz für eine Fälschung. Das Oberlandesgericht muss nun prüfen, ob aus der Auktionsbeschreibung zu schließen war, dass es sich um ein Originalprodukt handelte.

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