Frankfurt/Main (dpa) - Gewinnmitnahmen haben am Dienstag die wichtigsten deutschen Aktienindizes ins Minus gedrückt. Der Dax sank um 1,05 Prozent auf 6982,28 Punkte.

Er fiel damit wieder unter die wichtige Marke von 7000 Punkten, die zum Wochenstart dank guter Konjunkturdaten aus den USA und China noch zurückerobert worden war. Der MDax verlor an diesem ereignisarmen Handelstag 0,19 Prozent auf 10 853,01 Punkte, der TecDax fiel um 0,01 Prozent auf 797,68 Punkte.

Börsianer sprachen von vorösterlicher Ruhe und entsprechend geringer Handelsaktivität. «Da können schon kleine Verkaufsaufträge den Gesamtmarkt ins Minus drücken», sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Der Wirtschaftsmotor ist den jüngsten Daten aus China und den USA zufolge zwar weiter am Laufen, auf dem erhöhten Kursniveau versilberten aber einige ihre Gewinne. Damit verdaue der Markt den kräftigen Anstieg seit Mitte Dezember. Lipkow sagte: «Für Anschlusskäufe fehlen aktuell die schlagkräftigen Argumente.»

Schwache Bankenwerte belasteten den Dax: Tagesverlierer waren die Commerzbank-Aktien mit minus 3,40 Prozent auf 1,847 Euro, die Papiere der Deutschen Bank folgten mit einem Abschlag von 3,01 Prozent. Händler verwiesen auf die europaweite Schwäche des Sektors, dessen Branchenbarometer Stoxx 600 Banken mit minus 2,34 Prozent am stärksten verlor. Derzeit reagieren die Titel besonders heftig auf die Schwankungen der Staatsanleihen in Spanien und Italien. Wieder leicht steigende Renditen bei den Papieren drückten auf die Stimmung.

Als Favorit im Dax legten die Lufthansa-Titel um 0,76 Prozent zu. Die internationale Luftfahrtorganisation IATA berichtete für Februar von einer «starken Entwicklung» der Branche. Auch im MDax führte mit HHLA ein Logistikwert. Die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers gewannen 5,02 Prozent auf 26,550 Euro, nachdem mit der Zustimmung der niedersächsischen Landesregierung die letzte politische Hürde für die Elbvertiefung genommen wurde. Damit müssen größere Containerschiffe nicht mehr auf Konkurrenzhäfen im Ausland ausweichen.

Anhaltende Sorgen um die Vergabe der Bundesliga-Rechte haben die Aktien von Sky Deutschland um weitere 1,33 Prozent nach unten gedrückt. Ein Dutzend Interessenten haben laut «Handelsblatt» Gebote für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga abgegeben. Es wird aber mit einem Zweierrennen zwischen Sky als dem bisherigen Inhaber der meisten Rechte und der Deutschen Telekom gerechnet. Die Telekom hat Interesse an sämtlichen Rechten, um als Vermarkter aufzutreten.

Die Solarworld-Aktien büßten am TecDax-Ende 8,41 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit Oktober 2004. Händler verwiesen auf die nicht abreißenden Hiobsbotschaften aus dem Solarsektor, nachdem der einstige Börsenstar Q-Cells Insolvenzantrag gestellt hat. Auch das Photovoltaikunternehmen Phoenix Solar muss um seine Finanzierung kämpfen. Die Aktie brach um mehr als 30 Prozent ein.

Der EuroStoxx 50 fiel um 1,60 Prozent auf 2461,11 Punkte. Auch die Leitindizes in Paris und London sackten ab. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 0,4 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,53 (Montag: 1,55) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 131,33 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,12 Prozent vor auf 138,42 Punkte. Der Kurs des Euro bewegte sich kaum. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3315 (1,3319) US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7510 (0,7508) Euro.