Köln (dpa) - Fußballlehrer Stale Solbakken verzichtet beim Rettungsprojekt 1. FC Köln vorläufig auf den formschwachen Milivoje Novakovic, hält aber an Pedro Geromel fest. «Wenn Geromel zur Startelf gehört, dann ist er auch Kapitän», sagte Solbakken über seinen zuletzt anfälligen Abwehrchef.

Außer dem einstigen Torjäger Novakovic, der in dieser Saison erst viermal traf, dürfen auch Andrezinho, Kevin Pezzoni und Petit ein kurzfristig anberaumtes Zwei-Tages-Trainingslager im ostwestfälischen Marienfeld nicht mitmachen.

Es war ein sehr kurzes Statement, das Solbakken am Geißbockheim von sich gab. Nur etwa zehn Minuten referierte er vor den Medienvertretern und zeigte sich dabei mit noch immer vorhandenem Frust erbost über die voreiligen Meldungen des Sonntags von seiner vermeintlichen Beurlaubung und der Ablösung durch den ehemaligen FC-Trainer Frank Schaefer.

Die von Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung, angekündigten «drastischen Veränderungen» halten sich indes in Grenzen. Die vier vorläufig nicht berücksichtigten Profis sollen «nachdenken» und nach dem Spiel am Samstag gegen Werder Bremen durchaus wieder ihre Chance bekommen, ließ Solbakken durchblicken.

Warum das Quartett nicht mit nach Ostwestfalen darf, begründete Solbakken nur halbherzig. Ganz klar dagegen waren seine Anordnungen für die beiden Einheiten des Dienstags: Sowohl beim Training im Franz-Kremer-Stadion im Kölner Grüngürtel als auch am Nachmittag war die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Sichtschutz hielt Neugierige von Blicken auf den Rasen und Lukas Podolski und Co. ab. Sicherheitskräfte achteten darauf, dass nichts Unerlaubtes geschieht.

«In dieser Situation zählt nur der 1. FC Köln», hatte Solbakken zuvor schon wissen lassen. Offen blieb, ob der Norweger Gedanken hegte, seinen ehemaligen Spielführer Podolski vor einem möglichen Vereinswechsel wieder mit dem Amt des Kapitäns zu betrauen. Der Nationalstürmer ist nicht nur wegen seiner bislang 17 Saisontreffer neben Torhüter Michael Rensing herausragender FC-Mann auf dem Spielfeld. Ein Großteil der Kölner Profis ließ zuletzt absolute Erstliga-Tauglichkeit vermissen.