New York/Istanbul (dpa) - Die Ankündigung einer Waffenruhe durch das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad stößt international auf Skepsis. Die UN-Botschafter der USA und Deutschlands warnten am Montag in New York vor zu großer Euphorie.

Die syrischen Revolutionäre erklärten am Dienstag, dass Assad die Waffenruhe erst in einer Woche umsetzen wolle, deute auf neue Täuschungsmanöver seitens des Regimes hin. «Schon wieder eine neue Frist», lautete der Tenor in den Diskussionsforen der sogenannten Revolutionskomitees.

Zuvor hatte der Syrien-Vermittler Kofi Annan dem Weltsicherheitsrat mitgeteilt, dass die Führung in Damaskus einer Waffenruhe vom 10. April an zugestimmt habe. Jedoch lasse die syrische Regierung ein Gefühl der Dringlichkeit vermissen, schränkte auch Annan ein. Außerdem gebe es noch Differenzen, wie die Waffenruhe überwacht werden könne.

Die Revolutionskomitees hatten am Montag gemeinsam mit der Führung der Deserteure eine Erklärung veröffentlicht, in der sie betonten, die Regimegegner würden sich an eine Waffenstillstandsvereinbarung halten. Voraussetzung sei, dass die Regierungstruppen das Feuer einstellen und in ihre Kasernen zurückkehren. Allerdings müssten auch alle anderen Forderungen des Annan-Plans erfüllt werden. Dazu zählten die Freilassung der politischen Gefangenen und freier Zugang für Journalisten.

«Wir haben schon viele Versprechen gehört und viele wurden gebrochen», sagte die Präsidentin des Sicherheitsrates, die US-Botschafterin Susan Rice. Der amtierende deutsche UN-Botschafter Miguel Berger sprach zwar von einem Erfolg, fügte aber hinzu: «Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen müssen wir allerdings vorsichtig sein - noch dauert die Gewalt an.»

Das Assad-Regime hatte zuletzt Druck von allen Seiten bekommen. Einen Tag nach dem Treffen der «Freunde Syriens» in Istanbul nahm Russland seinen Verbündeten in die Pflicht. Außenminister Sergej Lawrow verlangte, dass sich die syrische Regierung an den Friedensplan von Annan hält und den ersten Schritt hin zu einer Waffenruhe macht.