San Francisco/Washington (dpa) - Ein Amokläufer hat an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen erschossen. Der Mann, offenbar ein ehemaliger Student, stürmte nach Polizeiangaben am Montag mit einer Waffe auf den kleinen Campus in Oakland.

Fünf Opfer starben im Kugelhagel, zwei erlagen später ihren Verletzungen. Drei Verwundete waren am Dienstag in einem stabilen Zustand. Über das Motiv des Verdächtigen herrschte Rätselraten.

Oaklands Polizeichef Howard Jordan sprach am Dienstag in einem Interview des TV-Senders ABC von einer «extrem chaotischen Szene». Einige Studenten seien in Panik geflüchtet, andere hätten sich in Räumen verbarrikadiert. Schwer bewaffnete Polizeieinheiten brachen Fenster und Türen auf, um zu den Studenten vorzudringen. Anfangs hätte man nicht gewusst, ob sich der Schütze und möglicherweise Komplizen noch in dem Gebäude befänden.

Augenzeugen schilderten Szenen wie bei einer Hinrichtung: In einem Raum habe er seine früheren Kommilitonen aufgefordert, sich an einer Wand aufzustellen, sagten Verwandte einer verletzten Studentin der Lokalzeitung «Oakland Tribune». Dann habe der Ex-Student eine Waffe gezogen und als seine Opfer die Flucht ergriffen, habe er um sich geschossen. «Ich werde Euch alle töten», habe er nach einem Bericht des Lokalsenders KTLA dabei gesagt.

Die 27-jährige Studentin Dechen Yangdon sagte dem «San Francisco Chronicle», sie habe sofort die Tür zu ihrem Klassenzimmer abgeschlossen und das Licht ausgemacht, als sie am Eingang Schüsse hörte. Dann habe jemand vergeblich versucht, die Tür einzutreten. Nach vier Schüssen sei der Täter weitergezogen. Niemand in dem Raum sei verletzt worden, sagte Yangdon.

Laut Jordan handelt es sich bei den Opfern um sechs Frauen und einen Mann im Alter zwischen 21 und 40 Jahren. Der mutmaßliche Täter - ein 43-jährigen Mann koreanischer Abstammung - habe sich rund eine Stunde nach dem Blutbad an der Oikos University in einem wenige Kilometer entfernten Einkaufszentrum gestellt.

Der Polizeichef nannte die Bluttat ein «schockierendes und sinnloses Verbrechen». Das Motiv des Verdächtigen sei noch unklar, er sei jedoch nach ersten Erkenntnissen «verärgert über die Verwaltung der Schule» gewesen und habe sich von Studenten «schlecht behandelt» gefühlt, sagte Jordan. Der Student sei bis zu diesem Montag monatelang nicht im Unterricht aufgetaucht. Es werde aber noch Tage dauern, bis alle Einzelheiten auf dem Tisch lägen.

Pastor Jong Kim, der Gründer der Einrichtung, sagte der «Oakland Tribune», dass der mutmaßliche Täter früher Krankenpflegerkurse besucht habe. Er sei aber nicht sicher, ob der Mann von der Schule verwiesen worden sei oder sie freiwillig verlassen habe. Auf der Website der Oikos Universität heißt es, dass sich die Ausbildung an christlichen Werten orientiere. Zum Angebot gehören Kurse für asiatische Medizin, Musik, religiöse Studien und Krankenpflegerlehrgänge.

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