San Francisco/Washington (dpa) - Ein Amokläufer hat an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen erschossen. Der 43-Jährige, ein ehemaliger Student, stürmte nach Polizeiangaben am Montag mit einer Waffe auf den kleinen Campus in Oakland. Fünf Opfer starben im Kugelhagel, zwei erlagen später ihren Verletzungen. Drei Verwundete waren am Dienstag in einem stabilen Zustand.

Als mögliches Motiv nannte Oaklands Polizeichef Howard Jordan einen Groll gegen die Schulleitung und Mitschüler, den der Tatverdächtige nach eigenen Angaben hegte.

Der mutmaßliche Täter habe den Ermittlern erzählt, dass er eine Mitarbeiterin der Schulverwaltung suchte, sie aber nicht finden konnte. Dann sei der Schütze «wahllos auf Opfer schießend» durch das ganze Gebäude gezogen. Der Mann sei bis zu diesem Montag monatelang nicht im Unterricht aufgetaucht. Möglicherweise sei er wegen «Verhaltensproblemen» von der Schule verwiesen worden.

Laut Jordan handelt es sich bei den Opfern um sechs Frauen und einen Mann im Alter zwischen 21 und 40 Jahren. Der mutmaßliche Täter - ein 43-jähriger Mann koreanischer Abstammung - habe sich rund eine Stunde nach dem Blutbad an der Oikos University in einem wenige Kilometer entfernten Einkaufszentrum gestellt.

In Gesprächen mit den Ermittlern habe sich der Tatverdächtige «sehr kooperativ» gezeigt, sagte Jordan. Er sei aber nicht «besonders reumütig». Am Mittwoch sollte der Mann dem Haftrichter in Oakland vorgeführt werden.

In einem Interview des TV-Senders ABC sprach Jordan von einer «extrem chaotischen Szene» am Tatort. Einige Studenten seien in Panik geflüchtet, andere hätten sich in Räumen verbarrikadiert. Schwer bewaffnete Polizeieinheiten brachen Fenster und Türen auf, um zu den Studenten vorzudringen. Anfangs hätte man nicht gewusst, ob sich der Schütze und möglicherweise Komplizen noch in dem Gebäude befänden.

Augenzeugen schilderten Szenen wie bei einer Hinrichtung: In einem Raum habe er seine früheren Kommilitonen aufgefordert, sich an einer Wand aufzustellen, sagten Verwandte einer verletzten Studentin der Lokalzeitung «Oakland Tribune». Dann habe der Ex-Student eine Waffe gezogen. Als seine Opfer die Flucht ergriffen, habe er um sich geschossen. «Ich werde Euch alle töten» sagte er dabei laut einem Bericht des Lokalsenders KTLA.

Die 27-jährige Studentin Dechen Yangdon sagte dem «San Francisco Chronicle», sie habe sofort die Tür zu ihrem Klassenzimmer abgeschlossen und das Licht ausgemacht, als sie am Eingang Schüsse hörte. Dann habe jemand vergeblich versucht, die Tür einzutreten. Nach vier Schüssen sei der Täter weitergezogen. Niemand in dem Raum sei verletzt worden, sagte Yangdon.

Pastor Jong Kim, der Gründer der Einrichtung, sagte der «Oakland Tribune», der mutmaßliche Täter habe früher Krankenpflegerkurse besucht. Er sei aber nicht sicher, ob der Mann von der Schule verwiesen worden sei oder sie freiwillig verlassen habe. Auf der Website der Oikos Universität heißt es, die Ausbildung orientiere sich an christlichen Werten. Zum Angebot gehören Kurse für asiatische Medizin, Musik, religiöse Studien und Krankenpflegerlehrgänge.

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