Osnabrück (dpa) - Bei Ermittlungen gegen den Verdächtigen im Emder Mordfall hat es bereits im vergangenen Jahr eine schwere Panne gegeben. Der 18-Jährige habe sich im vergangenen Dezember selbst wegen Besitzes von kinderpornographischem Material angezeigt.

Das sagte der stellvertretende Osnabrücker Polizeichef, Friedo de Vries, am Dienstag. Damit sei ein Verfahren ins Rollen gekommen. Es sei allerdings zu Verzögerungen gekommen, die er sich nicht erklären könne. Eine polizeinterne Untersuchung sei angelaufen.

Ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss sei nicht umgesetzt worden, sagte de Vries. Die Umstände müssten jetzt aufgeklärt werden. Interne Ermittlungen seien veranlasst worden. Diese würden vermutlich vom Landeskriminalamt Niedersachsen übernommen.

Der Tatverdächtige habe bei seiner Selbstanzeige angegeben, dass er seine schädliche Neigung aktiv bekämpfen wolle. «Im Verlauf dieser Ermittlungen ist es in diesem Fall für mich zu nicht nachvollziehbaren Verzögerungen gekommen», sagte de Vries. Er habe deshalb ein internes Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen wegen des Mordes an der elfjährigen Lena hätten damit nichts zu tun. Schon am 30. Dezember 2011 habe es einen Beschluss zur Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen gegeben, die aber nicht erfolgt sei.

Bei den Ermittlungen innerhalb der Polizei gehe es nicht darum, mehr Öl ins Feuer zu gießen, sagte Polizeisprecher Andreas Wieck. Es werde nicht nur gegen einen Beamten ermittelt.

Die Selbstanzeige des Mannes sei an die Polizeiinspektion Aurich weitergeleitet worden. Die Verdacht gegen den 18-Jährigen habe sich in einem ersten Schritt bestätigt, so dass im Dezember der Durchsuchungsbeschluss zustande gekommen sei. Über mögliche Konsequenzen innerhalb der Polizei könne noch nichts gesagt werden, sagte de Vries. Das interne Verfahren laufe erst seit Dienstag.