Berlin (dpa) - Nach der beispiellosen Serie von Autobrandstiftungen in der Hauptstadt ist ein Berliner zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 28-Jährigen schuldig, im vergangenen Sommer 102 überwiegend teure Fahrzeuge in Brand gesteckt und einen Millionenschaden angerichtet zu haben.

Er hatte die Taten im Prozess zugegeben und sich dafür entschuldigt. «Reiche Leute, die mehr Geld haben, sollten sich auch mal ärgern», sagte er damals über sein Motiv.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Gefängnis gefordert. Aus übersteigerter Geltungssucht habe der 28-Jährige ganz Berlin in Angst versetzt, betonte der Ankläger in seinem Schlusswort. Die Taten seien in hohem Maße sozialschädlich gewesen. Erheblich strafmildernd wertete die Anklage, dass der Angeklagte Reue gezeigt und die Brandstiftungen gestanden hatte. Die Verteidigung plädierte lediglich auf «eine gerechte Strafe».

Nach Angaben der Polizei hatten in Berlin im vorigen Sommer mehr als 700 Autos gebrannt. Im Schutz der Dunkelheit waren die Täter schwer zu fassen. So wurde auch der 28-Jährige durch Zufall gestellt, mit Hilfe von Videoaufzeichnungen aus der U-Bahn. Ein Gutachter bescheinigte dem Berliner eine volle Schuldfähigkeit. Der junge Mann habe Macht gespürt und die Brände als Erfolgserlebnis verbucht.