Herning (dpa) - Beim «Gold-Fest» des Europameisters haben die deutschen Handballer geglänzt. Gut zwei Monate nach der verspielten Olympia-Teilnahme erkämpfte sich der EM-Siebte am Karfreitag in Herning ein 25:25 (16:10) gegen Gastgeber Dänemark.

Damit setzte das Team von Bundestrainer Martin Heuberger seinen Aufwärtstrend fort, den es bereits am vorigen Montag mit einem 28:26-Erfolg in Danzig gegen Polen angedeutet hatte. Bester deutscher Werfer vor 8714 Zuschauern in der Arena Jyske Bank Boxen war Uwe Gensheimer mit sechs Treffern.

Zuvor hatte die mit Dominik Klein vom THW Kiel verstärkte B-Nationalmannschaft ihr erstes offizielles Länderspiel gewonnen. Das von Co-Bundestrainer Frank Carstens betreute Team bezwang die zweite Mannschaft Dänemarks mit 26:24 (11:14). An diesem Samstag (15.00 Uhr/Eurosport) trifft die Auswahl von Bundestrainer Martin Heuberger in Flensburg erneut auf Dänemark. Das Vorspiel bestreiten wiederum die B-Teams.

Klein wurde in der B-Mannschaft eingesetzt, weil sein Ausfall für die WM-Playoffs gegen Bosnien-Herzegowina droht. Der Linksaußen war wegen der Roten Karte im EM-Spiel gegen Polen von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) in erster und zweiter Instanz für zwei Pflichtspiele gesperrt worden. Dagegen hat der DHB Einspruch beim Schiedsgericht eingelegt.

«Wir haben uns wieder einmal gegen einen starken Gegner behaupten können», sagte der Bundestrainer und fügte an: «Wir haben beherzt gespielt. Trotz einiger Schwächen in der Abwehr haben wir in der ersten Halbzeit nur zehn Tore kassiert, was einem überragenden Carsten Lichtlein im Tor zu verdanken ist.» Allerdings bemängelte Heuberger, dass seine Spieler in den letzten zehn Minuten nicht die «Big Points» gemacht hätten. «So kann man gegen einen so starken Gegner, der hier unbedingt gewinnen wollte, nicht gewinnen.»

Der erste Auftritt im eigenen Land nach dem Gewinn des EM-Titels sollte für die Mannschaft um Welthandballer Mikkel Hansen zum großen Handball-Fest. Doch schon der Start verlief für die Dänen bei der als «Gold-Fest» ausgerufenen Veranstaltung alles andere als optimal. Die deutsche Mannschaft enteilte mit dem klasse Lichtlein als Rückhalt zunächst auf 5:2 und später auf 7:3. Erst danach kamen die Skandinavier, die eine ungewohnte offensive Deckungsvariante probierten und dabei große Schwächen offenbarten, besser zurecht und verkürzten auf 6:7. Allerdings blieben die deutschen Spieler davon unbeeindruckt und setzten sich bis zur Pause auf 16:10 ab.

Im zweiten Durchgang stellte Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek seine Abwehr wieder defensiv auf. Aus der nun sichereren Deckung startete der Europameister seine Aufholjagd. Welthandballer Hansen bescherte seinem Team eine 21:20-Führung. Die DHB-Auswahl hielt jedoch weiter dagegen und kam zum verdienten Remis.