Kairo/Beirut (dpa) - In Syrien hat es vor der für Dienstag vorgesehenen Waffenruhe erneut Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen gegeben. Aktivisten berichteten am Freitagmorgen von Zusammenstößen in den Protesthochburgen Daraa, Idlib und Homs. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen.

Die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass in der Region Hula in der Provinz Homs Kämpfe ausgebrochen seien, nachdem Soldaten auf Frauen bei der Feldarbeit geschossen hätten. Zwei Frauen seien getötet und vier weitere verletzt worden.

Am Donnerstag wurden laut Opposition landesweit 69 Menschen getötet, hieß es. Wegen der Medienblockade sind solche Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das Regime von Baschar al-Assad am Donnerstag zu einer konsequenten Waffenruhe ab Dienstag aufgerufen. Ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr deutscher Zeit) sollen die Waffen schweigen - mehr als ein Jahr nach Beginn des Konflikts, der mehr als 9000 Menschen das Leben gekostet hat.

Die syrische Führung und die Protestbewegung haben zugestimmt. Viele Diplomaten zweifeln aber an den Zusagen, da das Regime auch in der Vergangenheit ihre Versprechen nicht gehalten hat.