Schlecker geht an Höchstbietenden - Droege mit im Rennen

Ehingen/Stuttgart (dpa) - Den Zuschlag für die insolvente Drogeriekette Schlecker wird nach derzeitigem Stand der Investor mit dem höchsten Preisangebot erhalten. «Im Moment ist die Höhe des Kaufpreises entscheidend», sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Voraussetzung sei aber die Wahrung von Gläubigerinteressen und die Sicherung der Arbeitsplätze der verbliebenen 13 500 Schlecker-Beschäftigten. Das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege bestätigte am Donnerstag einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», ein schriftliches Gebot für die Schlecker-Gruppe eingereicht zu haben.

Studie: Ölkonzerne kassieren zu stark ab

Berlin (dpa) - Autofahrer in Deutschland müssen an der Tankstelle mehr bezahlen, als es einer Studie zufolge durch die hohen Ölpreise gerechtfertigt wäre. Das ist das Ergebnis einer aktualisierten Berechnung des Energie-Experten Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Belastung sei allein im März rund 167 Millionen Euro zu hoch gewesen, errechnete Bukold. Zuvor waren es seit Ende November bis zu knapp 100 Millionen Euro pro Monat zu viel gewesen. Nach der Studie sind die zusätzlichen Gewinne beim Superbenzin nicht primär an den Tankstellen angefallen, sondern in den Raffinerien, die sich überwiegend in den Händen der fünf großen Mineralölkonzerne befinden.

Tochter des Gründers und Höflinger übernehmen Müller-Brot-Filialen

München/Neufahrn (dpa) - Die Großbäckerei Müller-Brot ist auf ihrem schwierigen Weg aus der Insolvenz einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Eva Müller, die Tochter des Firmengründers, und der Münchner Bäcker Franz Höflinger übernehmen das Filialnetz. Über den Kauf der Fabrik in Neufahrn soll in einem zweiten Schritt verhandelt werden, wie Insolvenzverwalter Hubert Ampferl am Donnerstag mitteilte. Ein am Mittwochabend nachgereichtes neues Kaufangebot des früheren Müller-Brot-Besitzers Klaus Ostendorf wurde nicht mehr berücksichtigt. Mitarbeiter und Gewerkschaft äußerten sich zufrieden.

Google arbeitet an neuartiger Datenbrille

Mountain View/Berlin (dpa) - Der Internetkonzern Google entwickelt eine Brille, die Informationen aller Art vors Auge projiziert. Die Datenbrille soll alle wesentlichen Aufgaben erfüllen, die jetzt ein Smartphone leistet. An dem Projekt, das am Mittwoch (Ortszeit) im Sozialen Netzwerk Google+ vorgestellt wurde, ist auch der in Solingen geborene Wissenschaftler Sebastian Thrun beteiligt, der als führender Experte für Künstliche Intelligenz gilt. Zu dem «Project Glass» (Projekt Brille) stellte Google fünf Fotos mit Designstudien und ein Video vor. Darin läuft ein junger Mann durch New York und erhält ständig Informationen im oberen Sichtfeld der Brille angezeigt: Termine, Wetterdaten, Chat-Anfragen von Bekannten, deren aktuellen Standort oder Navigationshinweise einer Routenplanung.

Insolvente Q-Cells will Lieferanten bei der Stange halten

Bitterfeld-Wolfen (dpa) - Nach der Insolvenz des Solarkonzerns Q-Cells arbeiten Management und vorläufiger Insolvenzverwalter mit Hochdruck an einem Plan zur Fortführung des Unternehmens. «Wichtig ist dabei, dass die Lieferanten und Mitarbeiter bei der Stange bleiben», sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, Henning Schorisch, am Donnerstag. Es werde alles unternommen, um die Geschäfte fortzuführen und sich ein genaues Bild von der Situation der Firma zu machen. Dies werde einige Tage in Anspruch nehmen.

Kabel Deutschland verklagt Telekom

München/Bonn (dpa) - Kabel Deutschland hat die Deutsche Telekom auf einen dreistelligen Millionenbetrag verklagt. Die Telekom habe seit 2004 «missbräuchlich überhöhte» Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanäle und Infrastruktur kassiert, erklärte der Kabelnetzbetreiber am Donnerstag in Unterföhring bei München. Die Telekom widersprach dem scharf. Die im M-Dax notierte Kabel Deutschland verlangt in ihrer Klage vor dem Landgericht Frankfurt, dass die Telekom ihre jährliche Nutzungsgebühr von 101 auf 34 Millionen Euro senkt. Außerdem müsse sie 279 Millionen Euro plus Zinsen zu viel bezahlter Entgelte für die vergangenen Jahre zurückzahlen. Zur Begründung verweist Kabel Deutschland auf weit niedrigere Entgelte, die die Bundesnetzagentur für bestimmte Kabelkanäle festgelegt habe.

Deutsche Aktien mit weiteren Verlusten - Sorgen um Spanien

Frankfurt/Main (dpa) - Anhaltende Sorgen um Spanien haben den Dax am Donnerstag weiter unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex rutschte am Nachmittag um 0,84 Prozent ab auf 6726,83 Punkte. Damit steuert der Dax auf den dritten Verlusttag in Folge zu und steht aktuell rund 3,20 Prozent unter seinem Vorwochenschluss. Der MDax mittelgroßer Werte stand dagegen mit 0,37 Prozent im Plus bei 10 554,29 Punkten, der TecDax stieg um 0,35 Prozent auf 777,99 Punkte. Der Euro ist gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3068 (Mittwoch: 1,3142) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7652 (0,7609) Euro.