Berlin (dpa) - «Ersatzmann» Mads Christensen und der angeschlagene Kapitän Richie Regehr haben die Eisbären Berlin zum ersten Sieg in der DEL-Finalserie geschossen.

Der Titelverteidiger setzte sich gegen die Adler Mannheim nach hartem Kampf mit 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) durch und ging damit in der Best-of-Five-Serie mit 1:0 in Front. Ausgerechnet der Däne Christensen, der für den verletzten Florian Busch in die Berliner Parade-Angriffsreihe gerückt war, brach vor 14 200 Zuschauern den Bann (41. Minute). Regehr sorgte für die Entscheidung (52.), er hatte zuletzt noch an einer Hüftverletzung laboriert.

«Wir haben von der ersten Minute an Vollgas gegeben», sagte Berlins Frank Hördler und stellte nach dem erfolgreichen Finalauftakt zufrieden fest: «Mit Sicherheit ist das eine Charakterleistung mit den Ausfällen.» Die zweite Partie steigt nun am Mittwoch in Mannheim. «Es ist unser Stadion, da spielen wir unseren Vorteil aus und dann sehen wir, wie die Berliner ausschauen», betonte Adler-Profi Marcus Kink.

Den Eisbären war das Fehlen von Busch allerdings mehrfach anzumerken. Er bildet eigentlich mit Darin Olver und Barry Tallackson den besten Sturm, war im letzten Halbfinale von Straubings Torhüter Barry Brust aber böse mit dem Schläger am Kopf attackiert worden. Am Samstag konnte Busch noch komplett mit der Mannschaft trainieren, bekam letztlich von den Teamärzten aber kein Grünes Licht.

In einer temporeichen Anfangsphase hätten die Hausherren dennoch bei einigen Angriffen in Führung gehen können. Allein Tallackson scheiterte zweimal freistehend an Adler-Torwart Fredrick Brathwaite (6./15.). Schon nach knapp zwei Minuten war Nick Angell ebenfalls allein vor Brathwaite zum Schuss gekommen. Er verzog aber.

Die Mannheimer waren vor allem bei Kontern gefährlich, in der 5. Minute verpasste Nationalspieler Frank Mauer den Puck um Zentimeter. Außerdem unterliefen der Berliner Defensive ein paar grobe Fehlpässe, die letztlich Schlussmann Rob Zepp mit Paraden wiedergutmachte.

Vom vielbesungenen «Traumfinale» zwischen den beiden deutschen Top-Teams der vergangenen Jahre war im zweiten Durchgang nicht mehr viel zu sehen. Die Zuschauer in der ausverkaufen Berliner Arena sahen kaum noch gelungene Offensivaktionen, die Partie wurde immer zerfahrener. «Bei uns merkt man schon, dass wichtige Spieler fehlen», meinte Eisbären-Stürmer Laurin Braun in der zweiten Pause.

Neben Busch mussten die Gastgeber auch auf die Langzeitverletzten Stefan Ustorf und Denis Pederson sowie den gesperrten Nationalspieler André Rankel verzichten - allesamt Playoff-erfahrene Stürmer: Zusammen bringt es das Quartett auf nicht weniger als 20 DEL-Titel. Anders die Mannheimer, die personell aus dem Vollen schöpfen konnten und es sich sogar leisteten, den früheren NHL-Profi Nicholas Dimitrakos als überzähligen Ausländer auf die Tribüne zu setzen.

Im Schlussdrittel dauerte es 29 Sekunden, ehe der erste Treffer fiel. Wesentlich länger brauchten die Schiedsrichter dagegen, das Tor nach Videobeweis anzuerkennen. Es sah so aus, als habe Christensen den Puck regelwidrig mit dem Schlittschuh im Tor untergebracht. In einer hitzigen Schlussphase war es Regehr mit einem Schuss von der blauen Linie, der die Hausherren zum zweiten Mal jubeln ließ.