Shanghai (SID) - Mercedes-Pilot Nico Rosberg ist mit seinem Premieren-Erfolg in Shanghai zum siebten deutschen Grand-Prix-Sieger in der Geschichte der Königsklasse geworden. Der in Wiesbaden geborene 26 Jahre alte Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg (Finnland) und einer deutschen Mutter stand am Sonntag im 111. Anlauf zum ersten Mal ganz oben auf dem Siegerpodest. Für Mercedes war es nach der Rückkehr als Werksteam Anfang 2010 der erste Sieg im 41. Rennen und Nummer zehn insgesamt. Zuvor letzter Silberpfeil-Sieger war Juan-Manuel Fangio am 11. September 1955 in Monza.

Vor Rosberg wurde für Wolfgang Graf Berghe von Trips (Horrem), Jochen Mass (Bad Dürkheim), Michael Schumacher (Kerpen), Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach), Ralf Schumacher (Kerpen) und Sebastian Vettel (Heppenheim) bei einer Formel-1-Siegerehrung die deutsche Hymne gespielt.

Von Trips war mit seinen beiden Erfolgen 1961 in den Niederlanden und England der erste deutsche Sieger und auf dem Weg zum WM-Titel, bis er am 10. September 1961 in Monza tödlich verunglückte. Mass gewann 1975 beim abgebrochenen Grand Prix auf dem Montjuich in Barcelona sein einziges Rennen.

Eine neue Ära prägte dann Michael Schumacher, der seinem Premieren-Erfolg vom 30. August 1992 in Spa noch 90 weitere Siege und sieben WM-Titel folgen ließ. Frentzen feierten seinen ersten Sieg 1997 bei Williams, zwei weitere dann 1999 bei Jordan. Ralf Schumacher gewann zwischen 2001 und 2003 sechs Rennen für BMW-Williams, Vettel holte seit 2008 bislang 21 Siege und zwei WM-Titel.

Wie einst Vettel bei seinem Premieren-Erfolg 2008 in Monza hatte auch Rosberg in Shanghai am Tag zuvor seine erste Pole Position erobert, die als achter Deutscher. Zuvor hatten Michael Schumacher (68-mal), Vettel (30), Ralf Schumacher (6), Frentzen (2) sowie von Trips, Nick Heidfeld (Mönchengladbach und Nico Hülkenberg (Emmerich/je 1) auf dem ersten Start gestanden. Rosberg sorgte jetzt für die 110. deutsche Pole.

Insgesamt ist Rosberg der 83. Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der eine Pole Position erobert, und der 103. Sieger in der Königsklasse. Noch länger als der Mercedes-Pilot hatten nur noch der Brite Jenson Button (113 Rennen), der Italiener Jarno Trulli (117), der Brasilianer Rubens Barrichello (124) und der Australier Mark Webber (131) auf ihren ersten Sieg gewartet. Button wurde später sogar noch Weltmeister.