Pjöngjang (dpa) - Mit einer massiven Heerschau hat Nordkorea zum 100. Geburtstag des früheren Staats- und Parteichefs Kim Il Sung militärische Stärke demonstriert. Die Militärparade in Pjöngjang folgte zwei Tage nach einem missglückten Raketenstart, der international kritisiert wurde.

Zum ersten Mal hielt auch der Enkel Kims sowie Sohn und Nachfolger des im Dezember gestorbenen Machthabers Kim Jong Il, Kim Jong Un, eine vom staatlichen Fernsehen übertragene Rede. Er erweise den «großen Genossen Kim Il Sung und Kim Jong Il den höchsten Respekt und die größte Ehre», sagte der noch nicht 30-jährige neue Machthaber vor Zehntausenden von jubelnden Soldaten und Zivilisten auf einem Platz in der Hauptstadt Pjöngjang.

Mit dem missglückten Start der Rakete, die nach nordkoreanischen Angaben einen Satelliten ins All befördern sollte, sollte auch der Geburtstag des früheren Staats- und Parteichefs gefeiert werden. Die USA, Südkorea und Japan sahen darin den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte.

Der in dem kommunistischen Land als «Großer Führer» titulierte Ex-Diktator Kim Il Sung starb 1994. Sein Geburtstag gilt als höchster nationaler Feiertag. Kim Jong Un übernahm von ihm und seinem Vater Kim Jong Il auch einen bizarren Personenkult.