Karlskrona (Schweden) (SID) - Als Däne kennt Jakob Høi keine Zurückhaltung. Tiefstapeln gehört einfach nicht zum Selbstverständnis des Bundestrainers mit den Wurzeln in der erfolgreichsten europäischen Badminton-Nation. "Wir wollen in jeder Disziplin eine Medaille gewinnen", sagt Høi vor der Europameisterschaft im schwedischen Karlskrona (16. bis 21. April) und gibt damit ein Ziel aus, das eine deutsche Mannschaft bislang noch nie erreicht hat.

Fünfmal Edelmetall in den Damen- und Herren-Einzeln, Doppeln und im Mixed wäre nicht nur einmalig für den Deutschen Badminton-Verband (DBV), sondern auch eine Kampfansage an Høis Heimatland. "Wir wollen ein Signal nach Dänemark senden", sagt Høi selbst. Drei Monate vor den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) soll der Rekord-Europameister erkennen, dass es in Europa einen Gegner auf Augenhöhe gibt und dass er nicht mehr alleine gegen die asiatische Übermacht kämpfen muss.

Die dänische Ausnahmestellung in Europa haben die deutschen Damen bei der Mannschafts-EM im Februar zum ersten Mal gebrochen. Dem Titel Nummer eins soll der zweite folgen. Die besten Aussichten darauf hat die WM-Dritte Juliane Schenk aus Berlin als Nummer acht der Weltrangliste. Schenk ist Vize-Europameisterin und brennt auf die Revanche gegen ihre dänische Dauerkontrahentin und Verbündete im Duell mit den Chinesinnen, Tine Baun. In Karlskrona dürfte alles auf ein Finale zwischen den beiden mit Abstand erfolgreichsten Spielerinnen in Europa hinauslaufen. "Juliane hat diesmal wirklich gute Chancen, ihren ersten EM-Titel zu gewinnen", sagt Høi.

Vor zwei Jahren in Manchester holte Marc Zwiebler Bronze. Der sechsmalige deutsche Meister aus Bonn will diesen Erfolg mindestens wiederholen, zum Duell mit den herausragenden Dänen um Europameister Peter Gade wird es erst ab dem Halbfinale kommen. Gute Chancen auf Medaillen haben zudem die deutschen Meister Birgit Michels/Michael Fuchs (Bonn/Bischmisheim) im Mixed, Michels/Sandra Marinello (Bonn/Düren) im Damendoppel und Ingo Kindervater/Johannes Schöttler (Bonn/Bischmisheim) im Herrendoppel.