Bonn/Berlin (dpa) - Im Tarifkonflikt bei der Telekom verschärft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Gangart: Für Montag sind bundesweit zunächst rund 6000 Beschäftigte an verschiedenen Standorten zu Warnstreiks aufgerufen.

«Jetzt hilft nur noch Druck auf den Arbeitgeber, um zu einer Lösung zu kommen», erklärte Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm am Sonntag. In den kommenden Tagen sei mit weiteren Arbeitsniederlegungen zu rechnen. Genauer wollte sich der Gewerkschafter aus «taktischen Gründen» nicht äußern.

Die bevorstehende vierte Verhandlungsrunde sei «die letzte Chance» für eine gütliche Einigung. «Die Warnstreiks sind als nachdrückliche Botschaft an den Arbeitgeber zu verstehen: Wir sind für einen Arbeitskampf aufgestellt», sagte Wilhelm. Bei der Deutschen Telekom war am Sonntag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Ab diesem Mittwoch kommen die Tarifpartner in Düsseldorf zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Für die rund 85 000 Beschäftigten fordert Verdi 6,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen 70 Euro monatlich mehr erhalten, zudem sollen schlechter bezahlte Ausbildungsberufe auf ein höheres Bezahlungsniveau angehoben werden. Darüber hinaus soll der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bei den T-Systems-Gesellschaften verlängert werden.

Drei Gesprächsrunden waren bislang ohne Fortschritte und ohne ein Angebot der Arbeitgeber geblieben. Die Telekom hatte betont, sie sehe angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage keinen Spielraum für Einkommensverbesserungen.

Verhandelt wird ab Mittwoch wieder jeweils zwei Tage lang in drei Blöcken und zwar für die Beschäftigten der Konzernzentrale (18./19.4), der Telekom Deutschland mit Mobilfunk und Servicegesellschaften (23./24.4.) sowie der Geschäftskundensparte T-Systems (25./26.4.).