Hamburg (dpa) - Zweitligist FC St. Pauli will gerichtlich dagegen vorgehen, dass staatliche Organe in die Belange von Fußball-Vereinen eingreifen. Hintergrund ist die Verfügung der Hamburger Polizei, für das Punktspiel gegen den FC Hansa Rostock am Sonntag keine Karten an den Gästeverein abzugeben.

Gegen das Ticketverbot für Hansa-Fans hatte der FC St. Pauli zuerst vor dem Hamburger Verwaltungsgericht geklagt und verloren. Auch das Oberverwaltungsgericht lehnte die Beschwerde des Vereins ab.

«Unsere Beschwerde ist zwar zurückgewiesen worden, aber wir haben durch den Beschluss klare Hinweise erhalten, die uns optimistisch stimmen, dass die grundlegenden Rechtsfragen im Klageverfahren in unserem Sinne entschieden werden», sagte St. Paulis Vizepräsident Bernd-Georg Spies. Diese Entscheidung habe nicht nur Einfluss auf den FC St. Pauli, sondern auf den Fußball in Deutschland.

Der Ausschluss von Gäste-Fans ist im deutschen Profi-Fußball ein Novum. In der Vergangenheit war es bei Duellen zwischen St. Pauli und Rostock häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Anhänger gekommen. Die Deutsche Fußball Liga DFL und seine Clubs fürchten, dass der Fußball durch solche staatliche Maßnahmen wie das Ticketverbot in seiner Autonomie eingeschränkt werde.