Boston (SID) - Der Kenianer Wesley Korir hat in der Hitzeschlacht von Boston triumphiert und die 116. Ausgabe des ältesten Stadtmarathons der Welt gewonnen. Bei Temperaturen von über 25 Grad setzte sich der Kenianer nach 42,195 km in 2:12:40 Stunden vor seinen Landsleuten Levy Matebo (2:13:06) sowie Bernard Kipyego (2:13:13) durch und sicherte sich die Siegprämie in Höhe von 150.000 US-Dollar (rund 115.000 Euro).

Der 29 Jahre alte Korir blieb damit fast zehn Minuten über der Siegerzeit des Vorjahres, als Geoffrey Mutai (Kenia) in 2:03:02 Stunden den schnellsten Marathon der Geschichte gelaufen war. In den vergangenen 26 Jahren war in Robert Cheruiyot (2:14:13) nur ein Boston-Sieger langsamer als Korir. Bei den Frauen blieb die WM-Dritte Sharon Cherop (Kenia) in 2:31:50 Stunden mehr als neun Minuten über der Vorjahreszeit ihrer Landsfrau Caroline Kilel (2:22:39). Insgesamt waren 26.800 Läufer für den Klassiker gemeldet.

Vorjahressieger Mutai musste derweil eine schwere Niederlage einstecken. Der Kenianer hatte das Rennen lange von der Spitze aus kontrolliert, fiel dann aber der Tempoverschärfung von Matebo und Kiyego nach der 25-km-Marke zum Opfer und stieg aussichtslos zurückliegend aus. Korir musste zunächst auch abreißen lassen und lag bei 35 km fast eine Minute hinter dem Führungsduo zurück, ehe er im Finish klar der stärkste Läufer war.

Mutai war im Vorjahr Stunden fast eine Minute unter dem Weltrekord von Äthiopiens Superstar Haile Gebrselassie (2:03:59) geblieben. In die Rekordbücher fand die Zeit allerdings keinen Eingang, da der Kurs in Boston ein zu starkes Gefälle aufweist. Gebrselassie verlor den Weltrekord schließlich im September in Berlin an den Kenianer Patrick Makau (2:03:38).

Am Morgen waren in Boston noch Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke prognostiziert worden, die Veranstalter gaben Warnungen an die Läufer heraus. "Wer unter generellen medizinischen Probleme leidet, sollte seinen Start überdenken. Wer eine akute Erkältung oder Magenprobleme hat, sollte nicht laufen", hatte Pierre d'Hemecourt, stellvertrender medizinischer Leiter des Boston-Marathons, gesagt.