Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Aufwärtsbewegung vom Vortag fortgesetzt und tendiert fester.

Der Dax profitierte von spanischen Anleiheauktionen, einem besser als erwartet ausgefallenen ZEW-Konjunkturindikator sowie einem unerwartet positiven Quartalsergebnis von Goldman Sachs und notierte zuletzt 1,23 Prozent höher bei 6.706,46 Punkten. Der MDax stieg um 1,04 Prozent auf 10.655,02 Punkte. Der TecDax rückte um 0,51 Prozent auf 779,18 Punkte vor.

Aktienhändler Markus Huber sagte: "Der ZEW-Index hat wieder respektable sowie solide Zahlen verbucht und zeigt bisher überhaupt keine Anzeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft erneut abschwächen könnte. Im Gegenteil: Die Erholung dauert mit ungebrochenem Momentum an." Volkswirte hatten mit einer Eintrübung beim ZEW gerechnet. Die Aktienbörsen hatten bereits zuvor positiv auf eine Entspannung bei den Renditen spanischer Staatsanleihen reagiert. Die Verzinsung zehnjähriger Papiere ist wieder deutlich unter 6 auf zuletzt 5,86 Prozent gesunken. Huber sagte: "Die spanischen Anleihenauktionen sind ebenfalls sehr positiv verlaufen, was aber nicht ganz unerwartet ist. Der wichtigere und viel schwierigere Test steht aber mit den Auktionen am Donnerstag noch bevor."

Aktien des Tages waren Sky Deutschland, die ihre Gewinne nach den bekanntgegebenen Details zur Vergabe der Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga deutlich reduziert haben. Zuletzt standen die Papiere immer noch an der MDax-Spitze, allerdings "nur" noch 12,16 Prozent im Plus, nachdem sie am Vormittag um mehr als 25 Prozent hochgeschossen waren. Aktienhändler Jörg Heineke von TAO Capital sagte: "Der Preis ist zu hoch und der Bezahlsender wird Schwierigkeiten bekommen, diese Kosten wieder zu erwirtschaften." Nun drohe eine Kapitalerhöhung. Analyst Jan Christian Göhmann von der NordLB kommentierte: "Trotz des aktuell positiven Momentums nach dem Erhalt der Rechte und dem heutigen Kurszuwachs hat sich an der wesentlichen Ausgangssituation für das Unternehmen nichts geändert. Weiteres Abonnentenwachstum bleibt für das Erreichen des EBITDA-Breakeven unabdingbar."

Am unteren Ende des MDax rangierten die Titel von Wincor Nixdorf mit einem Minus von 10,85 Prozent. Wie der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller am Vorabend mitgeteilt hatte, rechnet er im laufenden Geschäftsjahr mit einem kräftigen Gewinnrückgang und stagnierenden Umsätzen. Das operative Ergebnis dürfte 2011/12 bei etwa 100 Millionen Euro liegen. Ein Händler sah die Aktien zwar bereits als deutlich überverkauft an, schloss aber nicht aus, dass die Marke von 30 Euro in greifbare Nähe rücken könnte.

Im Dax gehörten die am Vortag unter Druck geratenen Finanzwerte zu den Tagesgewinnern. So kletterten Commerzbank um 2,97 Prozent, Deutsche Bank um 2,70 Prozent, Munich Re um 3,11 Prozent, Allianz um 2,30 Prozent und Deutsche Börse um 2,64 Prozent. Dagegen zählten Siemens mit minus 0,60 Prozent zu den schwächeren Papieren. Einem Pressebericht zufolge kämpft der Industriekonzern weiter mit der schleppenden Anbindung von Windparks auf hoher See an das Stromnetz. Zudem müsse Siemens den prognostizierten Gewinn von 6 Milliarden Euro aus fortgeführtem Geschäft im Geschäftsjahr 2011/2012 wohl nach unten revidieren.