Tempe/Frankfurt/Oder (dpa) - Die Krise in der Solarbranche kostet 1200 Jobs in Frankfurt an der Oder: Der US-Konzern First Solar macht sein dortiges Werk im vierten Quartal komplett dicht. Zudem fallen zahlreiche Arbeitsplätze am Vertriebsstandort in Mainz weg, teilte das Unternehmen mit.

«Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht», erklärte Konzernchef Mike Ahearn am Firmensitz in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. «Wir haben die Lage sorgfältig analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass unsere Produktion aufgrund der gravierenden Verschlechterung der Marktbedingungen in Europa wirtschaftlich nicht mehr nachhaltig ist.»

Das Werk in Frankfurt/Oder war jüngst sogar noch ausgebaut worden. Dann jedoch setzten die Probleme in der Branche ein, vor allem überschwemmten Chinesen mit billigen Solarmodulen den Markt. Überdies fielen Subventionen weg. Bereits seit 1. März sind die Mitarbeiter in Frankfurt in Kurzarbeit.

Die Mannschaft in Mainz wird nach Angaben eines First-Solar-Sprechers «deutlich» verkleinert. In Mainz sitzt der Vertrieb von First Solar. Zusammen mit anderen Standorten in Europa fallen so noch einmal rund 150 von 175 Arbeitsplätzen weg.

First Solar hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 39 Millionen Dollar (30 Mio Euro) eingefahren und reagiert darauf nun mit einem Sparprogramm. Mehrere andere Produktionslinien weltweit werden angesichts der Überkapazitäten im Markt vorübergehend stillgelegt.

Insgesamt fallen 2000 Mitarbeiter dem Sparkurs zum Opfer. Das ist etwa jeder Dritte Beschäftigte. «Wir werden alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair behandeln», erklärte Firmenchef Ahearn, ohne in die Details zu gehen. First Solar gehört zu den größten Spielern in der Branche. Mehrere Rivalen sind bereits pleite gegangen.

First-Solar-Mitteilung