Oslo (dpa) - Einer der Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik wird möglicherweise für befangen erklärt. Er habe im Internet die Todesstrafe für den Attentäter gefordert, sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen zu Beginn des zweiten Prozesstages.

Im sozialen Netzwerk Facebook soll er einen Artikel der Zeitung «VG» mit den Worten kommentiert haben: «Die Todesstrafe ist die einzig gerechte in diesem Fall!» Der Laienrichter habe diese Äußerung zugegeben.

Das Gericht zog sich für eine halbe Stunde zurück, um über den Befangenheitsantrag zu beraten. Sollte der Laienrichter für befangen erklärt werden, würde einer von zwei Ersatzschöffen seinen Platz in dem Prozess einnehmen.

Der Angeklagte Breivik soll sich am zweiten Prozesstag erklären und die Motive für seine Attentate vom vergangenen Sommer darlegen. Der 33-Jährige muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Ihm werden Terrorismus und vorsätzlicher Mord vorgeworfen.

Gerichtsinformationen zum Breivik-Fall, auf norwegisch