Düsseldorf/Köln (dpa) - Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie treten in eine vorentscheidende Phase. In Nordrhein-Westfalen wird bei der dritten Tarifrunde in Köln bundesweit das erste Angebot der Metallarbeitgeber erwartet.

Vor einigen Tagen hatte der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegießer, angekündigt, dass es noch vor Ablauf der Friedenspflicht Ende April ein Angebot geben soll. Für die 700 000 Beschäftigen der Metall- und Elektroindustrie in NRW fordert die IG Metall unter anderem Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent.

Neben der Gehaltsforderung verlangt die Gewerkschaft auch mehr Mitbestimmung der Betriebsräte bei der Leiharbeit und eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten. Beides lehnen die Arbeitgeber ab. Bei der Zeitarbeit sehen sie vor allem die Flexibilität der Metall- und Elektrobetriebe im internationalen Wettbewerb gefährdet. «Wir brauchen Zeitarbeit unverändert als Ergänzung zur Stammbelegschaft», erklärte der Präsident von Metall NRW, Horst-Werner Maier-Hunke. Zugleich nannte er die Diskussion um unbefristete Übernahme von Ausgebildeten eine Phantomdebatte, weil schon heute drei Viertel aller Ausgebildeten dauerhaft einen Arbeitsplatz erhielten.

IG Metall Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, deutete bereits an, dass die Gewerkschaft bei der Frage der unbefristeten Übernahme der Ausgelernten zu Kompromissen bereit ist. So könne eine solche Verpflichtung entfallen, wenn ein Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke oder klar über Bedarf ausbilde. Kurz vor Beginn der Tarifrunde wollen Metaller am Verhandlungsort für die Forderungen der Gewerkschaften protestieren. Eine Einigung wird nicht erwartet.