Frankfurt/Main (dpa) - Deutsche Aktien haben sich am Mittwoch nach der Vortagesrally mit leichterer Tendenz präsentiert. Der Dax verlor bis zum Mittag 0,36 Prozent auf 6776 Punkte. Der MDax ging um 0,47 Prozent auf 10 697 Punkte zurück, der TecDax fiel um 0,56 Prozent auf 782 Punkte.

Helaba-Analyst Christian Schmidt schätzt die Nervosität am Markt im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise weiterhin als hoch ein. Die große Frage laute, ob sich Spanien dauerhaft am Kapitalmarkt finanzieren könne oder ob es nicht doch noch unter den Rettungsschirm schlüpfen müsse.

Anleger hielten sich vor der wichtigen Auktion spanischer Anleihen am Donnerstag mit Engagements zurück. Zudem werfe das Washingtoner Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) am kommenden Wochenende bereits seine Schatten voraus, hieß es im Handel. Börsenbrief-Autor Hans Bernecker sieht jedoch die aktuelle Korrektur nach den deutlichen Kursanstiegen im bisherigen Jahresverlauf als bald abgeschlossen an.

Aktien von ThyssenKrupp waren mit einem Kursplus von knapp drei Prozent der mit Abstand größte Gewinner im Dax. Dabei taten sich Händler schwer, einen einzelnen Grund für die Bewegung zu finden. So verwies ein Börsianer auf die am Vortag angehobene Wachstumsprognose des IWF für die Weltwirtschaft.

Davon profitiere Thyssen als zyklisches Papier. Auch ein Pressebericht, wonach mit Andreas Schierenbeck ein weiterer Siemens-Manager zu Thyssen wechsle, trage zum positiven Bild bei. Darüber hinaus habe sich die Aktie seit Mitte Februar deutlich schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt, was Schnäppchenjäger wieder verstärkt auf den Plan bringe.

Im MDax stachen Douglas als tagesbester Wert heraus. Die Aktien legten aufgrund von Übernahmespekulationen um 2,19 Prozent zu. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach der französische Luxusgüterhersteller LVMH ein Auge auf Douglas geworfen habe.

Papiere der SGL Group sanken um mehr als fünf Prozent. Der Kohlenstoffspezialist will sich mit einer Wandelanleihe bis zu 280 Millionen Euro beschaffen. Dadurch könnte die Aktienzahl um bis zu neun Prozent steigen und das Ergebnis je Aktie entsprechend verwässern. Zudem legten die Wiesbadener Zahlen für das erste Quartal vor. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stagnierte bei 36 Millionen Euro.