Damaskus/Istanbul (dpa) - Während die UN-Militärbeobachter praktische Vorbereitung für ihre Mission treffen, nimmt die Gewalt in Syrien wieder zu. Am Mittwoch berichteten Aktivisten von Explosionen und Schüssen in der Protesthochburg Daraa, die am Vortag von einem Team der Beobachter besucht worden war.

Die Beobachter betonten, sie hätten während ihres Aufenthaltes in der Stadt Daraa lediglich «technische Vorbereitungen» getroffen. Die Beobachtermission, für die noch die Unterzeichnung eines Protokolls mit der Regierung notwendig ist, habe noch nicht begonnen. Der marokkanische Oberst Ahmed Himmiche sagte: «Wir werden versuchen, Kontakte zur Regierung und zu anderen Parteien zu knüpfen.» Welche Region die Beobachter am Mittwoch aufsuchen wollten, wollte er nicht sagen. Während ihrer Reise von Damaskus nach Daraa waren sie am Vortag von Soldaten der syrischen Armee begleitet worden.

Die libanesische Regierung soll derweil eine Bitte der Vereinten Nationen abgelehnt haben, einen Flughafen auf ihrem Staatsgebiet zur Unterstützung der UN-Mission in Syrien zu nutzen. Die in Beirut erscheinende Tageszeitung «Al-Nahar» berichtete am Mittwoch, die Regierung wolle nicht, dass der Flughafen Teil einer Operation zur Öffnung eines «humanitären Korridors» wird.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die EU-Staaten am Dienstag aufgefordert, die Beobachtermission mit Flugzeugen und Helikoptern zu unterstützen. Aufgabe der Beobachter ist es, die Waffenruhe zu überwachen, die am Donnerstag vergangener Woche in Kraft getreten war. Nachdem die Zahl der Angriffe der Regierungstruppen in den ersten Tagen nach Beginn der Waffenruhe deutlich zurückgegangen war, nahm sie nun wieder zu. Regimegegner berichteten, am Dienstag seien mehr als 70 Menschen getötet worden. Die meisten Attacken habe es in Idlib gegeben.