Oslo (dpa) - Ausweichend, unsicher, genervt: Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat sich vor dem Osloer Gericht geweigert, tiefergehende Fragen von Staatsanwältin Inga Bejer Engh zu beantworten.

Breivik sollte zu seinem Kontakt zu anderen militanten Nationalisten und dem angeblichen Netzwerk der «Tempelritter» befragt werden. «Ich möchte das nicht kommentieren. Sie können dieses Thema einfach überspringen», sagte der 33-Jährige mehrmals. «Wenn Sie nicht antworten, kann das gegen Sie verwendet werden», bemerkte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen.

Breivik wirkte erschöpft und etwas resigniert. «Ich hoffe, Sie legen weniger Gewicht darauf, mich lächerlich zu machen, und mehr auf die Sache», sagte er an Engh gerichtet. Die Staatsanwaltschaft wolle ja nur anzweifeln, dass die «Tempelritter» existierten. Engh bestätigte das. Der 33 Jahre alte Islamhasser Breivik muss sich in Oslo für den Tod von 77 Menschen verantworten. Er ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt.

Am Mittwoch wollten sich die Staatsanwälte auf die Zeit von 2001 bis 2006 konzentrieren, in der Breivik seinen Hass auf alles Multikulturelle und seine politische Ideologie entwickelte. Er habe vor allem über das Internet Kontakt zu Gleichgesinnten gesucht, erklärte Breivik. Welche Personen dies waren, wollte er nicht sagen. Er soll einen gesuchten serbischen Nationalisten in Liberia getroffen haben.

Sein 1500 Seiten starkes Manifest betrachtet der Massenmörder als «Terrorschule». Man müsse nicht sonderlich begabt sein, um Anschläge wie im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utøya zu begehen, gab er zu.

Gerichtsinformationen zum Breivik-Fall, auf norwegisch