München (dpa) - Die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch und die Deutsche Bank stehen sich nach fünf Monaten Pause wieder vor Gericht gegenüber.

Der milliardenschwere Schadenersatzprozess wurde am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München fortgesetzt, nachdem ein Befangenheitsantrag und ein Vergleich gescheitert waren.

Die Kirch-Seite macht die Deutsche Bank für die Pleite des Medienkonzerns im April 2002 verantwortlich und verlangt in zwei Prozessen insgesamt rund drei Milliarden Euro Schadenersatz.

Am Dienstag wollte das Gericht zwei ehemalige Vorstände der BayernLB und der Dresdner Bank als Zeugen hören, die an einem Bankentreffen zwei Monate vor der Pleite in Frankfurt am Main teilgenommen hatten.

Eingeladen hatte die Deutsche Bank. Das Gericht will klären, ob die Deutsche Bank ihren damaligen Kreditkunden Kirch vorsätzlich geschädigt hat, um am Umbau des in Schieflage geratenen Medienkonzerns zu verdienen. Der ehemalige BayernLB-Vorstand Peter Kahn legte dem Gericht ein Protokoll der Sitzung vor.